Inhalt:
Li Shin Huan (Ti Lung), der "Meister der fliegenden Messer", kehrt nach 10 Jahren in seine Heimatprovinz zurück, in das Haus seines Bruders (Yue Hua), er kann seine große Liebe (Candy Yu) nicht vergessen.
Die Provinz ist in Aufregung: Seit geraumer Zeit macht ein Meuchelmörder namens "Mei Hua" die Gegend unsicher. Dieser taucht immer um Mitternacht auf, und konnte bisher immer unerkannt entkommen. Etliche Schwertträger machten sich schon auf die Suche..., etliche fanden den Tod!
Durch eine eingefädelte Intrige wird Li Shin Huan für eben diesen Mei Hua gehalten. Li muss nunmehr um seine Freiheit, seine Ehre und Unschuld kämpfen. Doch Li steht nicht alleine da, die beiden einzigen die ihm zur Seite stehen, sind sein treuer Diener (Fan Mei Sheng) und ein junger heißsporniger Kämpfer (Erh Tung Sheng), der in Li ein Idol sieht.
Doch auch der Abt (Yang Chih Ching) des Shaolin-Klosters geht von Li´s Unschuld aus, im Shaolin-Kloster soll die Wahrheit gefunden werden.
Nach zahlreichen Kämpfen, Intrigen und Anschlägen (Gift spielt hier eine zentrale Rolle) bei denen auch der Abt getötet wird, offenbart sich Li das furchtbare Geheimnis:
ACHTUNG SPOILER
Mei Hua..., der große Unbekannte, ist niemand anderes als Li´s geliebter Bruder, der aber insgeheim von Bruderliebe nicht viel gehalten hat.
Es kommt zwischen den beiden zum mörderischen Show-Down! Li´s Bruder sieht sich dank seines magnetischen Schildes gegenüber den fliegenden Messern Li´s im Vorteil. Doch Li greift in die Trick-Kiste......
Fazit:
Klasse! Dieser Film von Chu Yuan gefiel mir doch sehr! Nun, Chu Yuan, es ist bekannt, dass ich nicht sein allergrößter Fan bin. Viele seiner Filme die in der chinesischen Martial World angesiedelt sind..., sind verworren und personell überfrachtet. Auch dieser Streifen ist wieder einer seiner Filme, mit verschachtelt-nebulösem Plot.
Aber man kommt doch ganz gut mit..., zum Ende hin löst sich alles schlüssig auf. Der Film ist direkt spannend!
Man fiebert mit, die zentrale Frage ist: Wo ist Mei Hua? Aber besser sollte man fragen: WER ist Mei Hua? Des Rätsels Lösung wird nicht nur Ti Lung sondern auch dem Zuschauer durch eine verschachtelte Struktur sehr schwer gemacht. Doch wer den Film konzentriert verfolgt, wird mit einem spannenden Puzzle konfrontiert und belohnt!
Die Fights..., sie sind für einen Film von Chu Yuan sehr gut inszeniert, sie sind rasant und trickreich. Ti Lung begeisterte mich hier neben Erh Tung Sheng mit seine sehr feinen Technik, man sieht welch umfangreiches KungFu-Repertoire Ti Lung beherrscht, inclusive Spagat-Tritt, Klasse!
Die Fights..., hier ist KungFu-Action, Sword-Play und Waffenkampf sehr gut durchmischt, jeder wird bedient.
Und der Show-Down zwischen Ti Lung und dem überraschenden villain, er ist natürlich ein Höhepunkt.
Und der Schluss des Duells..., ist originell, keine Frage...
Die Darsteller spielen ihre Rollen sehr solide..., den Characteren fehlt es etwas an Tiefe. Aber darüber sieht man leicht hinweg.
Interessant ist, wie sich Koalitionen bilden, vor allem das Verhältnis Ti Lung/Erh Tung Sheng ist hier hervorzuheben. Und Anfangs kommt es zu sehr schönen Szenen zwischen Ti Lung und Yue Hua, man geht als Zuschauer wirklich von einem freundschaftlich-brüderlichen Verhältnis der beiden aus, das sind fast Verbrüderungs-Szenen ala Chang Cheh...
Um so mehr wundert sich der Betrachter im folgenden Verlauf der Geschichte...
Die Schauplätze..., auch hier beweist der Regisseur Gespür. Interessante Außen-Drehplätze und die Studio-Aufnahmen mit den künstlichen Himmeln allenthalben und dem berühmten Shaw-Interieur geben dem Streifen wieder die besondere Shaw-Note.
Absolut klasse finde ich ja in Punkto Location den Vorspann und das Ende kurz vor dem Abspann, als sich Ti Lung und Erh Tung Sheng voneinander verabschieden: Eine schneebedeckte Tal-Landschaft dient hier als Kulisse, und das sieht schon gefällig aus. Da frage ich mich, wo Chu Yuan das gedreht hat, denn es sind keine Studio-Aufnahmen! Also für mich kaum vorstellbar, dass Chu Yuan das im subtropischen Hongkong gedreht hat. Auch die Gärten der Häuser in denen manche Szene gedreht wurde, sind mit Liebe von den Studio-Mitarbeitern Shaw´s arrangiert.
Ein weiteres absolutes Highlight dieses Streifens: Die Musik! Die ist absolut Sahne, riesig! Wie ich im Vorspann entnehmen konnte, war hier wieder Shaw´s Hauskomponist Chen Yung Yu am Werke, der ja auch die Chang Cheh-Filme mit seinem oder geklautem Soundtrack unterlegte.
Vor allem beim Vor- und Abspann erklingt diese Musik, die hervorragend zu den Szenen passt (beim Vorspann reitet Ti Lung ja wie erwähnt durch diese urwüchsige, schneebedeckte Tal-Landschaft), und die für mich einer der besten Soundtracks überhaupt in einem Eastern der Shaw Brothers ist. Das rundet den Streifen gelungen ab!
Im Jahre 1981 erschien noch ein Sequel für diesen Streifen..., "The return of the sentimental swordsman", hier agiert Ti Lung neben Alexander Fu Sheng.
"Das unbesiegbare Schwert der Shaolin" ("The sentimental swordsman") ist für mich einer der besseren Filme Chu Yuan´s und ich vergebe ausgezeichnete 8/10 Punkte.