Review

Es gibt Kinder - oder Jugendgeschichten, die mithilfe eines versierten Regisseurs durchaus Horrorelemente enthalten können, wie Tim Burton es mit „Alice im Wunderland“ vollbrachte.
Und dann gibt es Regisseure, die aus Gruselgeschichten seichte Kinderunterhaltung basteln, wie es mit den literarischen Vorlagen von Paul van Loon im vorliegenden Beispiel der Fall ist.

Onnoval ist literarisch hochbegabt, doch in seiner Klasse ist er ein Außenseiter und wird vor allem von Gino und seinen Kumpanen drangsaliert. Als er sich aufgrund eines Missverständnisses von seiner Freundin Liselore im Stich gelassen fühlt, geht er einen Pakt mit dem Dämon Ferluci ein: Onnoval schreibt eine Geschichte auf, die sich letztlich erfüllen soll, um sich an Gino zu rächen, wofür die bevorstehende Klassenfahrt zu einem Gruselpark die ideale Lösung bietet…

Das Grundgerüst der Geschichte funktioniert prinzipiell: Man nehme einen stillen Außenseiter, platziere ihn bei viel beschäftigten Adoptiveltern, dazu kommt ein Love Interest und ein Fiesemöp und schon sind alle Zutaten beisammen.
Zunächst macht der Stoff auch Laune, als ein Horrorbuchautor in der Klasse eine Leseprobe gibt und Onnoval gleich die passenden Bilder dafür parat hat.
Die Atmosphäre ist stimmig und erinnert ein wenig an die TV - und Hörspielserie „Gänsehaut“, - es mehren sich böse Vorzeichen, bis es zum finalen Knall und der großen Überraschung kommt.

Doch im weiteren Verlauf stellt sich Ernüchterung ein. Zu viele Dialoge der kaum talentierten Jungmimen bringen die Erzählung nur langsam voran und erst als die Klasse im Bus Platz nimmt, gesellen sich kleine und für das simple Budget durchaus effektive Gruseleinlagen hinzu.
Auch Teile des Gruselparks können überzeugen, wie ein nebeliger See oder ein Friedhof, doch mit Erscheinen der Vampire ist es mit der düsteren Stimmung endgültig dahin, denn so kindgerecht überzogen dürften sich selbst Zwölfjährige nicht ansatzweise vor diesen Erscheinungen ängstigen.

Der von „Eyes Wide Shut“ abgekupferte Score bringt ab und an noch etwas Stimmung ins Spiel, doch der Geschichte mangelt es von vorne bis hinten an Finesse und spannenden Momenten. Selbst der Showdown birgt keinerlei Überraschungen, lediglich die finale Szene hält noch eine humorige Spitze parat.
Ansonsten vermittelt die Geschichte kaum Werte für junge Heranwachsende, allenfalls Mut und Zusammenhalt werden vage thematisiert, doch in die Tiefe geht der Stoff zu keiner Zeit.

So bleibt am Ende ein langweiliger und selbst für Jugendliche zu alberner Gruselstreifen, der niemandem vom Hocker reißt. Das niedrige Budget macht sich an vielen Stellen bemerkbar und die durch die Bank schwachen Mimen reißen ebenfalls nicht mit.
Ein paar wenige atmosphärische Momente und die einigermaßen gut gewählten Kulissen stehen in keiner Relation zum enttäuschenden Rest, der schlicht keiner Zielgruppe gerecht werden kann, da die wenigen düsteren Einlagen für Kinder zu derb sind und alle anderen mit der seichten Geschichte kaum unterhalten werden dürften.
3,5 von 10

Details