Review

„Underworld“ versuchte 2003 mit einem Kreuzüber der Stile, Genre und Mythen zu punkten, konnte aber hinter seiner flashigen, hemmungslos an die „Matrix“-Ästhetik andockenden Fassade nur wenig reißen. Als besonders dreist mochte es zudem gelten, wie dieser Film seine Geschichte mit einem Cliffhanger enden ließ, der – hätten „Underworld“ nach mäßigen Einspielergebnissen an der Kinokasse nicht die DVD- und Verleiheinnahmen in die Gewinnzone gefahren – wohl unaufgelöst geblieben wäre. Nun ist UNDERWORLD: EVOLUTION freilich erschienen, und bedient sich, das vorweg, des gleichen Schemas für das Erzeugen einer Erwartungshaltung seines Publikums gegenüber einem weiteren Teil – hieraus mag den Produzenten aber gar ein erhebliches Dilemma erwachsen, stellen sie der gelackten Vampirin Selene (Kate Beckinsale) in einem epischen, und hochglanzpolierten Rahmen doch bereits in diesem Sequel die Urahnen der Klane der Vampire und der Werwölfe gegenüber. Wem, bitte, soll die Frau denn nun noch in den verlausten Hintern treten? Sie ist schwanger, höchstwahrscheinlich, vom hybriden Michael (Scott Speedman), hat nach EVOLUTION das Blut eines Unsterblichen in ihren Venen, und wird ein knuddeliges Hyperhyperhybrid-Baby gebären (das ist noch nicht explizit, jedoch sicher) ... aber wie daraus eine auch nur annähernd so ruppige und rasante Handlung entwickelt werden soll wie die dieses überraschend gelungenen zweiten Teils, das ist mir noch völlig schleierhaft. Denn so sehr die Produzenten UNDERWORLD: EVOLUTION auch in interessantere, epochen- und kulissenschmelzende Dimensionen ausdehnen, und diese gekonnt mit computergenerierten Blutexzessen akzentuieren, für ihre herausragende Intelligenz spricht natürlich auch dieses Sequel nicht.

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