Vorhang auf für Len Wisemans Vampire -Vs.-Werwölfe Eintopf Teil 2 mit dem Titel Underworld: Evolution.
Kürzlich sah ich im Bonus-Material einer DVD mal wieder eine dieser heuchlerischen und absolut nichtssagenden Featurettes an. Darin faselte einer der Hauptdarsteller etwas zum Thema Sequels. "You Get Tons More Of What You Liked in Part One" oder so ähnlich war der Spruch, der mir beim betreten des Kinosaals durch den Kopf geisterte.
Im Falle der DVD war das leider nicht der Fall und daher machte ich mir so meine Gedanken was mir eigentlich an "Underworld" wirklich gefiel...
Eigentlich bloß die Athmospäre, die Idee und die Tatsache, daß ganz ordentliche Unterhaltung geboten wurde. Also keine wirklich zwingenden Gründe sich die Fortsetzung anzuschauen. Da aber das restliche Kinoprogramm wenig interessantes bot, die Freikarte sowieso parat lag und mir daheim die Decke auf den Kopf zu fallen schien, entschied ich mich kurzfristig dazu diese Fortsetzung anzuschauen.
Quasi nahtlos führt Evolution die Handlung von Teil 1 fort. Vorweg gibt es noch einen Ausflug in die Anfänge der Werwolf- und Vampirzwistigkeiten, der tolle Action und einige Informationen bietet die für den weiteren Handlungsverlauf recht wichtig sind. Danach sind wir wieder in der Gegenwart, ganau da wo Teil 1 endete. Nämlich, als das Blut des Werwolf-Wissenschaftlers in die Gruft des letzten der großen, alten Vampire tropft. Der dadurch natürlich wieder zum Leben erwacht und erstmal einige lose Enden aus dem Vorgänger, wie Craven, auf ziemlich blutrünstige weise abschneidet. Durch die Informationen in Cravens Blut gelangt er auf die Spur von Selina und Michael um sich vermeintlich für den Tod von Victor zu rächen.
Mehr zur Handlung will ich hier nicht mehr verraten, ausser daß sie mir persönlich sehr gut gefallen hat und vor allem flüssig erzählt wird, was in Teil 1 nicht gerade der Fall war.
Speziell der Erzählfluß bzw. der Aufbau der Handlung ist gegenüber dem ersten Teil um Längen besser geraten. Wo man im Vorgänger vergeblich nach Erklärungen suchte sind plötzlich welche da, auch die dort mäßige, alte Spannungskurve scheint plötzlich wieder am Leben zu sein und reißt mich als Zuschauer ausnahmsweise wirklich bis zum Ende mit. Vorbei sind die Zeiten der stylishen Durchhänger, hier wird die Handlung endlich vorangetrieben. Und zwar mit Action und Gemetzel wie man es sich eigentlich schon im ersten Teil insgeheim gewünscht hatte. Die dabei ebenso blaß bleibenden Hauptdarsteller Beckinsale und Speedman fallen dabei nicht weiter auf. Wir sind hier schließlich nicht in der Academy-Awards-Liga sondern im Fun-Kino.
Natürlich muß man hier auch auf die Special-Effects eingehen. Teil 1 war da ja eher etwas schwach auf der Brust, speziell die Werwolf-Verwandlungen (wie in so vielen Filmen). Aber auch hier wurde nachgebessert. Zwar immer noch nicht perfekt, aber schon viel besser als in Teil 1.
Auch wenn einge Kleinigkeiten noch immer nicht perfekt sind, finde ich, daß diese Fortsetzung ausnahmweise mal wirklichmehr bietet als ihr Vorgänger. Hier wird das geboten, was man von einem modernen B-Action-Horror-Movie erwarten kann, nämlich eine zwar nicht gerade anspruchsvolle Story, die aber ohne Durchhänger verständlich abläuft, jede Menge dem Genre entsprechende, bluttriefende Action mt einem echten Höhepunkt am Ende.
Fazit: Hätte nicht gedacht, daß ich mal wieder so von einem Film, der mit miesen Kritiken gesegnet wurde, so gut unterhalten werden würde.
Da ich bisher noch keinen Film gesehen habe, der die 10 möglichen Punkte verdient hätte, gibt es hier genrebedingt und auf Grund kleinerer Mankos 8 Punkte .