Schön zu sehen, dass nach dem fulminanten „Underworld“ eine ebenso spektakuläre Fortsetzung entstand, die das Original vielleicht sogar ein Stück weit hinter sich lässt.
Selene (Kate Beckinsale) will noch immer herausfinden, was es mit der Fehde zwischen Vampiren und Werwölfen auf sich hat und stößt dabei auf ein Geheimnis aus der Jahrhunderte alten Vergangenheit der beiden Rassen, bei dem sie selbst auch eine Rolle spielt …
Klar, in Sachen Story hält sich Regisseur und Produzent Len Wiseman auch diesmal zurück und lässt lieber Action und Optik sprechen. Trotzdem sollte man Teil 1 gesehen haben, denn es geht hier direkt weiter, und viele Rückblenden erinnern noch einmal an das bereits Geschehene. So taucht bspw. auch der bereits ins Jenseits beförderte Viktor (Bill Nighy) in einigen (teilweise neu gedrehten) Szenen wieder auf.
Auch diesmal hat Wiseman den blauen Filter vor die Kamera montieren lassen und präsentiert uns das „Underworld“-Universum in beeindruckend düsteren Bildern.
Schade, dass die Handlung fast nur in den Wäldern Osteuropas spielt. Die abwechslungsreichen Großstadtaufnahmen des Originals habe ich etwas vermisst!
Auf die brachiale Action wurde natürlich besonders wert gelegt. Besonders auffallend ist der deutlich höhere Splatterfaktor, der dem Werk vor ein paar Jahren bestimmt locker eine Indizierung beschert hätte und nie mit einer FSK 16-Freigabe davon gekommen wäre!
Zudem sind die Actionszenen rasanter und – was wohl durchs höhere Budget begründet ist – aufwändiger gestaltet.
Apropos Splatter: Zwar haben die Trickspezialisten zu Haufe den Computer zum Einsatz gebracht, doch im Vergleich zu „Final Destination 3“, den ich kurz vorher gesehen hatte, sind die Effekte gelungener und wirken keinsfalls billig. Patrick Tatopoulos' Team hat sich wirklich bemüht, den PC-Overkill zu vermeiden.
Zu den bekannten und souverän agierenden Gesichtern des Originals (Beckinsale, Speedman, Nighy) gesellt sich u.a. Charakterkopf Sir Derek Jacobi, der 2001 noch in „Gladiator“ von sich Reden machte. Leider spielt er nur eine Nebenrolle, die aber mit sichtlich viel Spaß.
Fazit:
Wer „Underworld“ mochte, wird „Underworld: Evolution“ bestimmt lieben! Eine würdige Fortsetzung, die ihrem Original mindestens ebenbürtig ist! Teil 3 kann kommen! 9/10 Punkten.