Nachdem Selene im ersten Teil den Obervampir in die ewigen Jagdgründe verbannte, ist ihr fortan die ganze Sippschaft auf den Fersen. Doch nicht nur dass, so besteht immer noch die Fehde zwischen den Lykanern und schon bald muss sie mit ihrem Begleiter Michael, dem Hybride, feststellen, dass die komplette Menschheit auf dem Spiel steht.
Underworld Evolution, der direkte Nachfolger von Underworld setzt genau in seiner Erzählung dort an wo der Erstling aufhört. Dass er dabei rein Plotmäßig wenig zu bieten hat beweisen dabei schon die ersten 20 Minuten, in denen uns einzig und allein die Hintergründe offenbart werden. Und schnell wird auch klar, dass dieser Nachfolger bloss als innovationsloses Aufklärungssequel dient. Und dabei fängt das ganze doch noch recht vielversprechend an, sofern wir denn bei den tobenden Schlachten in eisesumhüllter Prärie von den abscheulich actionlastigen Hastschnitten absehen. Wahrlich verträumt offenbart sich uns die düstere, in dunklen Farben gehaltene Kulisse, wäre da nicht der grösste Wehrmutstropfen, nämlich die Herkunft aus dem Computer und so bleibt auch dieses Ergebnis mehr als ernüchternd. Wahrlich ernüchternd ist dann dabei aber doch bloss, wie schrecklich nichtssagend die ganze Umsetzung dieses Stoffes ist. Vieles mutet an, einfach nur schrecklich lieblos inszeniert und heruntergerattert worden zu sein, denn das was uns dieser Blockbuster vermitteln will, bleibt sprichwörtlich im Sand stecken. Dass dabei verwirrend schnelle Schlachten und Goreeffekte als Notlösung dienen, wissen wir nicht erst seit diesem Film, doch trotzdem weiss man als erfahrener Filmfan, dass das einzig der gescheiterte Versuch dastellt, die ach so undurchdachte und schmale Story zu kachieren. Der anspruchslose Kinogänger wird das sicher nicht stören, denn Underwold Evolution ist Popcornkino pur, der mit Gore, Hast und Computereffekten wirklich mitreissen mag, doch schaut man hinter diese Fassade, findet man wahrlich nichts, was grossartige Qualitäten aufweisen könnte. Und eines ist dieser Film schonmal gar nicht. Nämlich ein Horrorfilm. Underworld 2 ist bloss ein schrecklich ermüdender und lieblos aufgepunshter Actionfilm mit moderner Vampirthematik, der dazu noch mit schrecklich schlechten CGI Effekten überladen ist. Charme und liebevolle Sets bleiben da aus, Wiedererkennungsmerkmale sind Fehlanzeige, genauso wie die vollkommen auf übercool getrimmten Charaktere die sich allesamt die Hand in Sachen stereotyper Darstellung geben. Symphatisch wirkt dabei ohnehin niemand, da ist es dann nur letztendlich sinnvoll, wenn irgendwann alle dahingerafft werden. Leider ist das nicht der Fall, denn wie wir wissen steht schon der 3. Teil in den Startlöchern. Und dabei erfüllt Evolutions einzig und allein den Zweck des Lückenfüllers, Als Vorbereitungsfilm auf den danachkommenden Abschluss. Und so mag dann auch leider die Faszination gegen null sinken, die von diesem Film ausgeht. Keine, auch wenn Filmtempo mal wieder in Richtung 180 geht und Langeweile selten aufkommt, bleibt ein Ergebnis zurück, dass man schnell vergisst. Der Film plätschert vor sich hin, ist unterhaltsam für einen abendfüllenden Film, ist aber in seiner Umsetzung einfach lieblos und dahergeklatscht.
Fazit: Popcornkino at its best. Geistlose und anspruchslose Kinogänger kann man mit sowas noch am besten in Ketten legen, denn der Film bietet alles, was die Menschheit im 21. Jahrhundert braucht. Coolness, CGI en masse, Kulissen aus dem Computer und null Identifikationscharaktere in einer Story, die hinter ihrer Fassade rein gar nichts zu bieten hat. Effektfilm ohne Tiefgang und Anspruch. Nichts für mich, aber bestimmt für viele Teenager, die allen Remakes und SAW Sequels hinterhecheln.
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