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Das Meer brennt. Japan kämpft verzweifelt um seine Küsten. Der Krieg ist nicht mehr zu gewinnen. Der eigentliche Konflikt, der um das Schlachtschiff YAMATO tobt, welches gen Okinawa und seinen sicheren Untergang steuert, ist der Widerspruch zwischen dem archaischen, tradierten Konzept des ehrvollen Sterbens und einem Überleben um fast jeden Preis. Die Frage, welches wohl der größere Verdienst ist - seinem Klan stoisch in den Tod zu folgen oder aus der Asche einer verlorenen Welt wieder aufzupeppeln, was für eine lebenswerte Zukunft von Bedeutung sein soll - wird über die ganze erhebliche Laufzeit dieses Epos in die vernünftigere Richtung akzentuiert, lange bevor der gealterte Protagonist das Problem, dicke Tränen in den Augen, für sich entscheidet.
Und dennoch hängt YAMATO etwas eklig Chauvinistisches an, wird die Stärke und Macht Japans, die sich in diesem größten Kriegsschiff seiner Ära manifestiert, weit über das Maß hinaus betont, das zu einem Verständnis der Faszination und Vereinnahmung der blutjungen Rekruten wirklich nötig gewesen wäre. Altmeister Junya Sato, der mit diesem, seinem ersten Film in acht Jahren, wahrscheinlich bereits die Signatur unter sein langes und ehrfurchtgebietendes Vermächtnis setzte, scheint sich die Geister der Vergangenheit nicht wirklich so zweifelsfrei von den Schultern geworfen zu haben wie es sein wahrscheinliches Alter Ego nach dem apokalyptischen Finale mit gehörig tränenwarmem Pathos suggeriert. Die konstruierten Verknüpfungen des Sujets mit den Verbrechen von Hiroshima und Nagasaki schieben zudem die auch in Deutschland längst wieder bedenklich unreflektiert kolportierte Botschaft unter, die Kriegszündler hätten selbst genug gelitten und gebüßt. Auch handwerklich hinterlässt YAMATO einen eher ambivalenten Eindruck - die Inszenierung verirrt sich auf Nebenschauplätzen und ermüdet etwas mit exzessiv schaugestellten Ansichten des Stahlmonsters YAMATO, das am Computer leider nicht ganz so überzeugend wieder auferstanden ist, wie es die Produzenten dieses Schinkens wohl im Sinne hatten.

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