Review

"Unser täglich Brot" ist in seiner Inszenierung recht eigenwillig. Die Dokumentation zeigt zahlreiche Bilder aus der europäischen, industriellen Nahrungsmittelerzeugung völligst ohne sie zu kommentieren und ohne erkenntliche Reihenfolge. Dies lässt eine absolute Subjektivität zu. Aber auch eine führungsloses Durchlaufen des Films.

Völligst ohne Interviews, Meinungen, Alternativen und Texttafeln fokussiert sich "Unser täglich Brot" auf ausgewählte Abläufe der überwiegend maschinellen Nahrungsmittelproduktion. Dabei thematisiert der Film die Fisch- und Fleischproduktion genauso wie auch den Getreide- und Gemüseanbau.

Die Dokumentation enthält einige unappetitliche Bilder. Küken auf dem Fließband bleiben ähnlich in Erinnerung wie das künstliche befruchten von Schweinen. Unverblümt werden Rinder und Schweine getötet. Die Weiterverarbeitung besteht aus klinisch reinen Bildern bei dem Schneiden des sauber gewaschenen Fleisches, wie auch ekelerregenden die Blut, Magensaft und herausquellende Innereien schonungslos präsentieren.
"Unser täglich Brot" besteht aber nicht nur aus plakativen Bildern. Der Entgrätungsprozess sowie weitere vollautomatisierte Abläufe wecken eher das Interesse am Entdecken und Staunen über die technischen Möglichkeiten. Hier ist beinahe vergessen, dass der Respekt vor dem Leben der Tiere an sich nicht existent ist und sie einzig als Ware gelten.

Im Wechsel dazu zeigt der Film riesige Sonnenblumenfeld und Treibhäuser, wo die Arbeiter chemische Mittel auf Obst und Gemüse sprühen oder das Gut ernten. Dies ist teilweise ebenso nichtssagend, wie das Beobachten der Arbeiter beim Verzehren ihres Essens oder beim Rauchen.

Das Fehlen der Moderation ist nicht die beste Wahl. Es verursacht eine extrem ruhige Erzählweise, die selbst die kürzesten Standbilder unglaublich lang machen. Auch erschließen sich die gezeigten Vorgänge niemals gänzlich. Man fühlt sich eher zur Nacharbeit gezwungen, die Dinge herauszufinden, die "Unser täglich Brot" zwar bebildert aber nicht beantwortet.

Nur Maschinenlärm, Traktorengeräusche oder andere Geräusche begleiten den Zuschauer auf seiner Reise durch die moderne Nahrungskette. "Unser täglich Brot" ergreift keine Partei und lässt stattdessen das Publikum das Gezeigte auswerten. Dies funktioniert bei der Verarbeitung der Tiere unglaublich gut, hängt bei Obst und Gemüse allerdings völlig durch. Die Mischung aus Höhen und Tiefen hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck über eine Dokumentation, die wichtig ist, da sie an die nicht transparente Nahrungsmittelproduktion erinnert. Sehr gute ...

5 / 10

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