Review

Inhalt:

China, zur Zeit der spätmittelalterlichen Ming-Dynastie. Die schöne Tian Si Si (Michelle Yim aka Mei Suet) ist Tochter aus reichem Hause, verwöhnt und allem was sie will und sagt, wird nicht widersprochen. Sie meint zudem, eine herausragende KungFu-Fighterin zu sein, besiegt sie doch jeden "Herausforderer" spielend.

Doch diese wurden von ihrem Vater, Tian Bai Shi (Ching Miu), dafür bezahlt, bewusst seinem Fräulein Tochter zu unterliegen. Sie soll auch gar nicht richtig KungFu lernen, meint ihr Vater doch, dann wäre sie noch aufsässiger und noch weniger umgänglich. Tian Si Si´s Schwarm ist der als nobler KungFu-Held geltende Qin Ge (Chen Kuan Tai), von ihrem ihr versprochenen, zukünftigen Ehemann, Yang Fan (Yuen Tak), einem Nobody, hält sie äußerst wenig. 

So bricht sie zusammen mit ihrer Leibdienerin Tian Xin (Lam Sau-Kwan) aus der häuslichen Idylle aus, um Qin Ge zu finden, und diesen im Optimalfall zu heiraten. In der Stadt geraten die beiden Frauen von einer Schwierigkeit in die nächste. Tian Si Si merkt nun endlich, dass ihr "KungFu" nichts taugt, und sie wird gar von einem Betrüger an ein Bordell verkauft, deren transvestitischer Chef Da Niang (Lam Fei Wong) will sie ´zur Frau´ machen. Davor rettet sie ein geheimnisvoller Kämpfer, der mit Schwert und silberner Augenklappe auftritt: Der Master of Xia Hai Tang (Chu Tit-Wo).

Dieser will nunmehr Tian Si Si ehelichen. Doch hilft ihr nunmehr ihr Verlobter Yang Fan, der sich in die Schöne verguckt hat. Yang Fan selbst wird von der äußerst attraktiven Zhang Hao Er (Linda Chu Hsiang-Yun aka Choh Seung-Wan) umgarnt, diese gehört zu einem Komplott der Triaden, einer groß angelegten Verschwörung. Und deren Kopf ist der Master of Xia Hai Tang!

Endlich begegnet Tian Si Si ihrem Schwarm Qin Ge, der muss zunächst eine Gambling-Challenge gegen seinen Kontrahenten Liu Feng Gu (Austin Wai) bestehen, und entpuppt sich dann als eitler Schaumschläger. Doch das ist nur Tarnung. Zusammen mit Tian Si Si deckt er die Verschwörung auf, es ist nicht alles so wie es zunächst scheint, doch es kommt dann zum Show-Down gegen die Triaden, zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod, in dem auch Yang Fan beherzt eingreift...!

Kritik:

Im Jahre 1981 drehte Regisseur "Tony" Lu Chun Ku (aka Lu Chin-Ku) diesen rasanten WuXia-Eastern für die Studios der Shaw Brothers, welcher den Anhänger des Studios und Fan des Genres insgesamt flott unterhält. In den einmal mehr luxuriösen Hochglanz-Kulissen der Shaw Brothers stimmt die WuXia-Atmosphäre, geht Lu Chun Ku ein hohes Tempo, packt viel in seinen Film hinein, und lässt sich dann alles verdichtend schlüssig in rasant-dynamische WuShu- und vor allem KungFu-Action münden.

1981, die Zeit in der die Shaw Brothers dem von Jackie Chan 3 Jahre zuvor angestoßenen Trend die KungFu-Streifen komödial zu gestalten, hinterher liefen. So ist auch hier die Comedy neben der KungFu-Action prägend, und nicht alles ist wirklich lustig. Doch unterm Strich ist die Comedy gar nicht mal so schlecht, da sie sich hier aus der Handlung selbst speist, durch die Naivität der weiblichen Hauptfigur die von einem Schlamassel ins nächste gerät, und nicht durch sinnfreien Nonsens-Klamauk. 2 Sequenzen sorgen für Schmunzeln, als Chen Kuan Tai in einer Traum-Sequenz wie ein Pop-Star seinen weiblichen Verehrern zu entfliehen versucht, und als Chen Kuan Tai gegen Austin Wai in einer TV-Quiz-Shows persiflierenden Sequenz antritt (köstlich hierbei Wong Ching-Ho und Darstellerin Go Lai-Ga als ´Quiz-Hosts´).

Wie bereits erwähnt ist das Tempo hoch, doch da Lu Chun Ku auch viel reinpackt, mitunter episodisch-mehrsträngig, sind leichte Längen als es dahinzuplätschern droht, nicht ganz vermeidbar. Doch gelingt es der Regie, das rechtzeitig wieder auszubügeln, zieht die Story wieder an, mit ´more Drama Babe´ und KungFu-Action.

Michelle Yim (aka Mei Suet) ist hier die Hauptakteurin, die eine naiv-verzogene Göre abgibt, die sich dann zu behaupten hat, als sie in Schlamassel und ein Komplott gerät. Sie spielt das tapfer und gar intensiv, und ist eine äußerst attraktive Actrice. Überhaupt sind Shaw-Schönheiten hier am Start, und natürlich Blickfang für die ja wohl überwiegend männlichen Betrachter und Eastern-Fans: Linda Chu Hsiang-Yun (aka Choh Seung-Wan) als verrucht-verführerische Triaden-Dame, Lam Sau-Kwan als Zofe der Figur der Hauptdarstellerin, Wong Mei-Mei in einer Nebenrolle, alle optisch nicht zu verachten.

Chu Tit-Wo als diabolischer Villain mit silberner Augenklappe spielt das trocken-ernsthaft, fast aber auch comicartig verzerrt, klasse. Austin Wai als Gambling-Gegner Chen Kuan Tais ebenfalls trocken im Spiel, und er sieht in diesem Streifen Shaw-MegaStar Ti Lung hier fast zum Verwechseln ähnlich. Ching Miu spielt den überforderten Vater -im Film- von Michelle Yim gekonnt, der alte Shaw-Haudegen. Yuen Tak agiert als gewitzter Verlobter, der sich in ´seine Zukünftige´per Bildnis verguckt, und dann agil fightet. Lam Fei Wong als transvestitischer (!) Bordell-Boss (!!), typisch für ihn und das Rollenbild nimmt man ihm somit ab. Gaststar und kurz und für die Easternfans überraschend auftretend, Superfighter Nick Cheung-Lik. 

Aber wer ist der absolute Star, auch in diesem Eastern: Chen Kuan Tai, einer der MegaStars der Shaw Brothers. Auch hier ist seine Präsenz süperb, und variabel zudem. Erst als eitler Schaumschläger wirkend, aber dann rollt er das Feld von hinten auf. Sein Spiel ist so trocken wie launig, mit leichtem Lächeln, großem Charisma und hoher Agilität meistert er auch diese Rolle, seine Superstardom-Aura dabei fast lässig ausspielend. Und sein so athletisch-kraftvoller wie eleganter Kampfstil kommt auch hier zum Tragen, vor allem im turblenten Finale. Und das bringt mich zum wieder Wichtigsten, der KungFu-Fightaction!

Typisch Shaw Brothers, sind die Fights wieder rund choreografiert, voller absoluter Körperbeherrschung und rasantem Drive. Bis auf 1,2,3 Mal zu dick aufgetragenem Geschwindigkeitsregler, ist die KungFu-Fightaction mal wieder einwandfrei, klassische Techniken mit WuShu und KungFu, Chen Kuan Tai ist ein Kampfkünstler und im furiosen Finale wird es noch intensiver und blutiger, was diesen Eastern mit Drive ins Ziel bringt.

"Ambitious Kung Fu Girl" erfindet den Eastern in seiner komödialen Art nicht neu, ist vielleicht auch eher ein Eastern "für Zwischendurch", aber auch insgesamt flott-routinierte Unterhaltung für den Anhänger des Studios und Eastern-Fan.

6/10.

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