Seit knapp 30 Jahren haut Woody Allen pro Jahr mindestens einen Film raus. Man weiß als Zuschauer im Grunde aus Erfahrung schon, was man bekommt, doch "Scoop" bleibt dank seiner dermaßen unbeschwerten Inszenierung etwas Besonderes.
Der College-Studentin Sondra Pransky (Scarlett Johansson) erscheint bei einer Vorführung des hutzeligen Zauberers Sid Waterman (Woody Allen) der Geist des gerade verstorbenen Journalisten Joe Strombel (Ian McShane). Dieser meinte, auf der Spur des gerade umgehenden Tarot-Killers zu sein und bringt Sondra dazu, die Sache weiterzuverfolgen. Verdächtigt wird der millionenschwere Peter Lyman (Hugh Jackman), der es Sondra auch sogleich angetan hat.
Wie eine Fingerübung runtergekurbelt, inszeniert mit Routine und Spaß an der Sache gibt sich "Scoop" mit seinem kriminal-komödiantischen Plot. Dabei überwiegt bei aller Mörderhatz die Leichtigkeit. Allen-typisch ist der Film durchzogen mit wunderbarem Dialogwitz, aus dem er auch den Großteil seines Humors bezieht. Der alte Herr spielt die Rolle des neurotischen Chaotikers inzwischen im Schlaf, Johansson kommt bisweilen genauso gekonnt trottelig daher und spielt auf lockere und geradezu liebenswerte Art. Jackman braucht sich da nur auf charmante Weise nicht verausgaben.
Der Plot mutet simpel an, hat aber Detail, ist mit schönen Einfällen ausstaffiert, flott erzählt, witzig und zum Ende hin sogar spannend. Was will man mehr?