Von BBC Films mit präsentiert, ansonsten scheinbar gewohnte Zutaten, abgesehen vielleicht vom Jackman, den man nicht gerade in einem Woody Allen Film erwartet, aber problemlos akzeptiert und dankbar gar annimmt, mit einer Beerdigungsfeier begonnen, der Kreislauf des Lebens ein Ende genommen. Ein schönes Prozedere hier, eine edle Prozession, eine altehrwürdige Kirche, die Gesellschaft in stiller Anteilnahme, fein herausgeputzt und dennoch konservativ gekleidet und angezogen. Warme Lampen und etwas Sonnenschein bestrahlen das Ganze, eine hellbraun getäfelte Kirche als Rahmen, "Trauert nicht" die ersten Worte, ein "erfülltes Leben" wird angepriesen:
Nach der Trauerfeier für den investigativen Reporter Joe Strombel [ Ian McShane ] findet sich dessen Geist mit mehreren anderen auf dem Todesschiff wieder, darunter Jane Cook [ Fenella Woolgar ], eine Frau, die glaubt, von ihrem Arbeitgeber Peter Lyman [ Hugh Jackman ] vergiftet worden zu sein. Jane hält Lyman, einen britischen Aristokraten mit politischen Ambitionen, für den Tarotkartenmörder, einen berüchtigten Serienmörder von Prostituierten, und dies als Anlass für einen Mord, als sie auf sein Geheimnis stieß. Strombel, der einen Knüller riecht, materialisiert sich während der Bühnenschau vom Magier Sid "The Great Splendidni" Waterman [ Woody Allen ] mit der jungen Reporterin Sondra Pransky [ Scarlett Johansson ] und erzählt ihr von dem Verdacht; diese geht ihm nach, nicht ohne zuvor Sid als Helfer zu integrieren.
Eine Gedenkfeier hiernach, Anekdoten werden ausgetauscht, zu fleißig Bier und Wein und anderem Alkohol, gerade die Männer, die Kollegen haben sich versammelt in der Runde, jeder hat etwas beizutragen, zu erzählen. "Jeder hat ihn geliebt", Joe ist auf dem Fluss des Hades, der Sensenmann als Fuhrmann, er soll bestochen werden, das klappt nicht, quer durch den Nebel wird geschippert, eine Story gleich gefunden, eine Zeugin, die als Mitpassagierin fährt und glaubt, wegen eines Verdachts vergiftet worden zu sein, eine Geschichte begonnen schon bei Nixon und Prinz Charles und Prinzessin Diana bis rein nach Afghanistan. Wie eine Bühnenaufführung ist das gehalten, die Menschen im Porträt, "Das wär ein unglaublicher Knüller", ein richtiger Film dann, in London gedreht, ein Filmregisseur und eine Journalistin, ein Hin und Her, zwischen Theater und Film, zwischen den Medien gehalten, ein Spiel mit den Medien, mit den Individuen, mit den Genres, ein Zeitsprung dann, ein charmantes Genie und eine junge naive Frau, die alles bekommen hat außer ihrer Geschichte, viel Abwechslung schon in den ersten Minuten, ein Trubel mit Zauberkünsten, mit Magiern, mit Gevatter Tod und Geschichtenerzählern, mit Reportern, mit Unterhaltung für Kinder und für die Älteren eigentlich, ein Treffen zwischen Allen und Johansson, zwei Amerikaner in England, zwei Landsleute aus Brooklyn, ein älterer Mann und eine Studentin, die Moleküle aufgespalten und wieder zusammengesetzt, ein Experiment.
"Das Ding hat alles: Prominente, Mord, Prostitution!", aus dem Jenseits werden einem Informationen zugetragen, ein mediales Ereignis, ein Medium. Die Frau ist mal da und mal weg, der Tote auch, er hat aber einige Schlagworte im Entmaterialisierer von sich gegeben, eine Journalistengeschichte, die Schwingungen gefunden, die Moleküle aufgewirbelt, Erfahrung und Hingabe der Leute hier, eine Verbrechergeschichte, um einen Serienkiller, aber natürlich harmlos gehalten, eine Falle gestellt, "Sei der Erste. Aber erst hab die Fakten!", Leben stehen auf dem Spiel, Crimes and Misdemeanour, Johansson auf Kindchen getrimmt, das ist etwas anstrengend, da kann sie nichts dafür, das ist die Schauspielführung des Regisseurs. Allen spielt so wie immer, zappelig, nervös, ängstlich, neurotisch, immerhin hat er die Erzählung besser im Griff, er hat einige Spannungsmomente, und den Jackman, etwas Männlichkeit, "Er sieht sehr gut aus.", ein Zwei-Klassen-System, Aristokratie und das gemeine Volk, das einfache und das höher gestellte Leben. Auf der Fährte des Tarot-Killers befindet man sich hier, es wird sich an den Verdächtigen geschmissen, mit einem Trick, ein erstes Kennenlernen, ein zauberhafter Blick, der Zauberer von seiner Täuschung und einem Haufen Ektoplasma an die Ehre gepackt, ein Krimi im Gedeihen, eine Landparty im Grünen, im Freien, ein riesiges Grundstück, altertümliches im Familienbesitz, erst ein erfrischendes Bad, dann frische Luft und das englische Landleben samt Gartenanlage, es wird eine Führung veranstaltet, noch das Beste im Blick. Eine Romanze wird angedeutet, die Hecken sind frisiert, es gibt Stottereien und Kartentricks. Der englische Crime mit einer privilegierten Familie und einem gutaussehenden Junggesellen, zwischen New Age Phänomenen und Wissenschaft, es wird herumgeschnüffelt, den Knüller im Blick.
Geflirtet wird, es wird sich aufgewärmt für mehr, die Dialoge etwas steif, bemüht wirkend, eingesammelt und analysiert, der 'Evening Standard' und der 'Observer' gelesen, Alibis überprüft, mal ein Dreier-Stück, mal ein Kammerspiel mit zwei Personen, ein grundsolider, etwas verknotet und entknotet wirkender Film; das mit der Zwischenwelt und dem Zerlegen der Moleküle, 16 - 21 - 12 ist noch das Beste, das Spielerische im Spielerischen, ansonsten eine etwas vertane Chance, den Hauptdarstellern nicht wirklich angemessen, auch handwerklich mit einigen Fehlern. "Der ganze Ablauf ist das Letzte", eine der Personen sagt das, die angehende Enthüllungsreporterin, mit Eselsbrücken wird gewerkelt, Räume erkundet, spioniert und abgelenkt, sich verstellt und Detektiv gespielt; kurz nach der Hälfte der Laufzeit kommt der erste Kniff, eine Spannungssequenz, das ist doch relativ spät. Im Hause wird herumgeströmt, rumgestromert, gestöbert, mehrfach gleich, man hat stets wenig Zeit, Indizien werden gefunden, Beweise nicht, eine Romanze im Schatten, trotz Bemühens wirkt wenig echt hier, da war selbst Midnight in Paris realistischer, bzw. auf seine Art und Weise attraktiver. Um Religion geht es auch nebenbei, um eine Schwesternschaft, um Orthodoxes und Profanes, um Angstneurosen, um Zwangsneurosen, um einen Ziehvater und eine Ziehtochter, die keine sind, man hält sich in London auf, könnte dort aber nicht leben, man sieht auch nicht sonderlich viel davon, ab und zu ein paar Seitenstraßen, nichts wirklich Charakteristisches, es könnte überall und nirgends spielen, dazu ein willkommener Gastauftritt von Charles Dance, er gibt der Sache mit den beiden Schmalspurschnüffler etwas Würde, plus der Jack the Ripper - Referenz.