Lucio Fulci ist bekannt für seine blutigen Splatter-Werke und „The New York Ripper“ gehört zu seinen bekanntesten Arbeiten. Im Kontext seines höchst durchschnittlichen Gesamtwerkes mag der Kultstatus noch eine gewisse Rechtfertigung haben, darüber hinaus allerdings nicht.
Wahrscheinlich bleiben den meisten Zuschauern die breit ausgewalzten Tötungen am ehesten in Erinnerung, denn hier wird in bekannter Fulci-Manier geschlachtet. Leider ist die Kameraführung oftmals etwas plump geraten und die Schocks verlieren dadurch an Wirkung.
Sämtliche Schauspieler agieren auf bloßem Durchschnittsniveau und wirken mehr oder weniger unmotiviert, bekannte Stars sucht man auch vergebens; In einer winzigen Mini-Rolle tritt allerdings der spätere Meisterregisseur Michele Soavi auf.
Das nervige Lachen und die furchtbare Stimme des Killers erzeugen eine unfreiwillige Komik die dem düsteren Film überhaupt nicht steht und einen Kontrast bildet zur sehr ernsten Atmosphäre. Langweilig wird es zwar selten, echte Spannung kommt aber auch nicht auf. Der recht hohe Unterhaltungswert entsteht einzig und allein durch die expliziten Mordszenen, welche hervorragend dosiert wurden.
Die Auflösung des Killer-Motivs ist dann erbärmlich ausgefallen und entlarvt die mangelnden Qualitäten von „The New York Ripper“ als Thriller, Krimi oder auch Psycho-Studie. Was bleibt ist ein legendärer, wenn auch allenfalls durchschnittlicher Exploitation-Film für Fans, vergleichbar mit William Lustig’s „The Sunset Killer“ – nur eben um einiges brutaler.
Den Film in New York anzusiedeln um ein breiteres Publikum anzusprechen bleibt ebenfalls ohne Wirkung, denn die wenigen New York Aufnahmen sind allesamt sehr einfach geraten. Genauso die Ermittlungen der Polizei, eindimensionale und klischeehaft sind hier die richtigen Worte.
Mit diesem Film begann dann auch der totale künstlerische Abstieg von Lucio Fulci, ein liebloser Kommerzfilm sollte nun auf den anderen folgen, alte Qualitäten konnte er nie wieder erreichen. Außer dem schwarzhumorigen „When Alice broke The Mirror“ kann man den „New York Ripper“ als letzten halbwegs gelungenen Fulci bewerten, da spielt aber auch unweigerlich eine gewisse Sympathie mit…
Fazit: Trotz hohem Bekanntheitsgrad darf man nicht zuviel erwarten: Bis auf beinharte und gut gemachte Gore-Effekte und eine schön sleazige Atmosphäre hat dieses Werk nichts zu bieten.
5,5 / 10