Review

Ein mit Ententönen sprechender Frauenmörder treibt in New York sein Unwesen und kann stets unerkannt entkommen, doch die Polizei und die einzige Überlebende eines Mordversuches bleiben am Ball.

Natürlich ließ es sich Lucio Fulci nicht nehmen mit auf die Slasherwelle der 80er Jahre aufzuspringen und schuf mit dem "New York Ripper" einen berühmt-berüchtigten Beitrag zum Genre.
Die Geschichte ist wie bei den meisten Slashern dürftig ausgefallen und wurde mit an sich überflüssigen Nebenhandlungen gefüllt. So trägen ein längerer Aufenthalt in einer Peep-Show oder die Befußungsszene wenig zur Handlung bei und dienen lediglich als sexuelle Pausenfüller zwischen den Morden. Um das Ganze etwas interessanter zu gestalten, ist bis kurz vor Ende offiziell der Übeltäter der Schandtaten nicht bekannt, aber ein heiteres Mörderraten kommt trotzdem nicht auf, denn die Figuren geben wenig Anlass zu Täterspekulationen, weil sie recht farblos bleiben und man zu wenig von ihnen erfährt, um ein Motiv zu erahnen. Auch die Ermittlungen der Polizei sind aus der Luft gegriffen und wenig glaubhaft. Die Auflösung kommt dann ziemlich schlagartig und ist sehr konstruiert (die gute alte wahnsinnige Rache an der Menschheit), aber die Schlussszene am Telefon ist wiederum ein netter fieser Abschluss des Ganzen.
Richtig sehenswert sind wie bei allen bekannten Fulcis die Splattereffekte. Neben dem Messer greift der Bösewicht auch mal zu einer abgebrochenen Flasche und sein letzter Mord ist ein Klassiker des Italokinos, denn was die Effektleute bei dem Schnitt mit der Rasierklinge durch die Brustwarze und das sich bewegende Auge der Frau geschaffen haben, ist schon allerhand.
Alle Morde verbreiten eine dreckige Athmosphäre, von der dieser Film lebt und Abwechslung gibt es durch Variationen in der Beleuchtung (einige Szenen sind zum Beispiel in Grün oder Rot gebadet) oder ausgefallene Kameraeinstellungen wie beispielweise neben den für Lucio Fulci typischen Augennahaufnahmen den Blick durch die durchtrennte Kehle eines Opfers auf die Augen des Killers, das Betrachten des abgebrochene-Flasche-Stoßes aus Sicht des Zieles und die subjektive Kameraeinstellung beim Beobachten eines zukünftigen Opfers oder bei der Hausdurchsuchung eines Tatverdächtigen.
Hinzu kommt eine ordentliche musikalische Untermalung, wobei sie sich für meinen Geschmack bei den Bluttaten zu sehr zurückhält und die Darsteller sind ebenfalls in Ordnung, wenn auch niemand Glanzpunkte setzen kann.

Insgesamt trotz viel "Quack, quack, quack" kein Quark, denn "New York Ripper" ist ein typischer Lucio Fulci Film, sprich mittelmäßige Handlung mit superben Effekten, wobei der dreckige Look dem Schlitzerstreifen gut steht.

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