"Zwei ritten zusammen" ist ein vordergründig sozialkritisches Western-Drama, von dem Regisseur John Ford selber sagte, es sei "crap". Warum der Regisseur dieser Meinung war, wird schnell deutlich:
James Stewart und Richard Widmark sind beide viel zu alt für die Rollen, die sie spielen. Hinzu kommt, dass Stewarts Charakter äußerst dunkel und opportunistisch gezeichnet wird, was man dem leicht ergrauten Mann aber nie so richtig abnehmen will. Widmark wirkt in seiner Rolle dagegen wesentlich glaubwürdiger, vom Alter einmal abgesehen. Beide Männer verbindet eine tiefe Freundschaft, was aber aufgrund der Unterschiedlichkeit der beiden Chrakter auch nicht unbedingt überzeugend wirkt. Diese beiden Personen sollen nun einige gefangen Weiße aus den Händen der Commanchen befreien, wobei Stewarts Charakter das ganze nur aus Geldgier macht.
Während der Anfang des Films Ford-typisch noch recht humorig daherkommt, wird es fortlaufend dramatischer. Geisteskranke Mütter, betrügerische Geschäftsleute und verzweifelte Väter bekommen alle ihren Platz in der Handlung zugewiesen und ihre Handlungsweisen werden als keineswegs positiv dargestellt. Jeder von ihnen hat einen Verwandten, der vermutlich bei den Indianern in Gefangenschaft lebt und jeder will, dass dieser befreit wird. Das alles klingt erst einmal nach einer ungewöhnlichen und interessanten Ausgangsbasis für einen Western, aber leider beginnt der Film in dem Moment, wo zum ersten mal ein Indianer gezeigt wird, vollkommen abzudriften.
Denn das Bild, das dieser Film von den Indianern zeichnet, unterbietet bei weitem alles, was man jemals in einem Ford-Western gesehen hat: Die Indianer können nicht richtig sprechen, sondern keiffen mit Unterstützung der Hände und Füße nur ein wenig vor sich hin. Ihre Art zu leben wird als grausam, hart und unmenschlich dargestellt, so dass alle von den gefangenen Weißen mehr oder weniger unter dem Einfluss der Indianer verrückt geworden zu sein scheinen. Jeder von ihnen ist genauso eine wilde Bestie geworden wie auch die richtigen Indianer. Trotzdem werden zwei der Gefangenen befreit und nach einem vollkommen sinnbefreiten Streit der Protagonisten gehts wieder heimwärts.
Zuhause zeigt sich dann, dass der gegen seinen Willen Befreite auch wirklich eine Bestie ist, während die vor dem Drachen gerette Schöhnheit als Love-Interesst für Stewart herhalten muss. Die weißen Siedler und Soldaten, die vorurteilsgeprägt die beiden Befrieten zwar wie Dreck behandeln, bekommen zwar ordentlich ihr Fett weg (was wohl das sozialkritische Element sein soll), aber der Grund für ihr schlechtes Verhalten scheint einzig und allein darin begründet zu sein, dass die Indianer solche Monster sind, wie sie eben sind. Die ganzen dramatischen Elementen der Handlung versuchen zwar dieses undifferenzierte Indianerbild zu kaschieren, aber trotz der angeblichen Sozialkritik gelingt das nicht.
Ich kann mich Ford nur anschließen: Dieser Film ist "crap". Die eigentliche Idee der Handlung und die Charaktere sind zwar grundsätzlich ganz in Ordnung, aber das Indianer- und Weltbild, das der Film einem unterjubeln will, ist vollkommen daneben. Warum es Ford nicht gelungen ist, aus der Sache mehr rauszuholen, ist mir schleierhaft. Es wäre ein leichtes gewesen...