"Das darf doch nicht war sein!" war der exakte Gedanke, der mich durchfuhr, als ich beim An - und Verkauf meines Vertrauens die Hardbox zu "Robo Vampire" entdeckte. Dem folgte flux ein weiterer Gedanke: "Ist das vielleicht der heilige Trashgral, von dem selbst der Glockenseilzombie und die" Roboter der Sterne" erfurchtsvolle Hymnen singen?" Spoiler: ist er nicht.
Um ehrlich zu sein fällt es mir schwer, das vorliegende Werk überhaupt als Film zu bezeichnen, wo es sich doch scheinbar eher um einen aus mehreren Filmen extrahieren Süd handelt, der knapp neunzig Minuten fröhlich vor sich hinblubbert, bis der Gärspund das Kosakenlied pfeift. Naja, wohl eher das Korsakovlied, wenn man bedenkt, was entsteht, wenn man gewisse Flüssigkeiten zu lange stehen lässt.
Ein Hauch von Handlung dreht sich um den Polizisten Tom Wilde, der im thailändischen Dschungel dem Gangster Cole nachstellt, um dessen Heroingeschäfte zu torpedieren. Der hat wie es der Zufall will einen schwarzmagische begabten Taoistenpriester in seinem Freundeskreis, der auf das Erschaffen und Abrichten von Vampiren spezialisiert ist und gegen Geld seine Brut auf jeden hetzt, der seiner zahlungskräftigen Kundschaft im Weg steht. Also: bye, Tommy!
Für circa fünf Fipmminuten zumindest, denn der Staat und seine WlTopwissenschaftler sind recht fix darin, den Kadaver in bester Robocopart aufzumotzen und wieder ins Leben zurück zu holen. Sicherheitshalber setzt mal aber noch eine Handvoll Söldner auf den Fall an, die einige verschollene Spitzel aus der Drogenhölle holen sollen. Nicht genug Clu) Handlungsclusterfuck im War on Drugs? Kein Problem! Auf Seiten der Böslinge gesellt sich nämlich weiterer übersinnlicher Beistand in Form einer vergeisterten Gruftbraut und ihres vampirisierten Bruders hinzu, die eine innige Beziehung pflegen und sich für die gemeinsame Erlösungen in den Dienst des Magiers stellen. Achja: mit innig meine ich sehr innig. Um genau zu sein: Das Saarland lässt grüßen - innig. Iiiih!
Tatsächlich hat man hier nicht nur auf dem Papier mehrere Filme aneinander geklatscht: Wer auch immer das hier vollbracht hat (man verdächtigte Godfrey Ho, der dies aber abstritt) nahm sich die künstlerische Freiheit, sich szenentechnisch bei einem thailändischen Film namens "Paa Lohgan" zu bedienen. Keine Ahnung, welche Szenen dies konkret betraf, aber das erklärt, warum einige Teile des Filmes gefühlt zehn Jahre älter aussehen als andere. Das ist aber für einen Film, der wirkt wie das Ergebnis mehrerer zusammengeschütteter Puzzle und viiiieeel Langeweile und Spucke, nur allzu passend.
Die ersten beiden Filmdrittel gehen über lange Strecken runter wie Öl und man schaut hauptsächlich weiter, um zu sehen, welche Reisschnapsideen noch im Film eingebaut wurden. Zwischen den Grotteneffekten und einem typischen Katze auf dem Keyboard-Soundtrack kann man sich an diesen Augenblicken durchaus lachend durch den Film hangeln, was aber nach etwa einer Stunde in Arbeit ausartet. Als Zuschauer schaut man mindestens drei Filme gleichzeitig und fühlt sich irgendwann, als würde man betrunken zwischen "Söldnerkommando", "Robocop" und "A Chinese Ghost Story" hin und herzappen und die Lücken dazwischen mit seinem eigenen verwüsten Kopfkino füllen.
"Robo Vampire" ist ein Film wie ein Feuerwerk: er stinkt, ist laut und hinterlässt Müll, aber das Farbenspektakel davor macht schon Spaß. Man muss es halt wie die Charaktere im Film tun, denen weder Vampire noch Geister oder Cyborgs suspekt vorkommen (wenn nicht gänzlich unmögliche) und bloß nichts hinterfragen, dann unterhält diese Ideenaammlung durchaus auf Trash Niveau. Mehr erwartet auch keiner von einem Film, dessen größte Leistungen darin bestehen, die weißesten Typen der Welt vor laufender Kamera versammelt (ohne Scheiß, was für Kalkleisten!) und der Feuerweks- und Nebelmaschinenindustrie den wohl lukrativen Großauftrag des Jahres 1988 verschafft zu haben.
Am besten drückt man nach sechzig Minuten erstmal die Pausetaste, um mit einem kräftigen Espresso die wegdämmernden Lebensgeister wieder zu wecken oder gibt sich die letzten dreißig Minuten mit gnädigen Unterbrechungen alle fünft Minuten lang. Wie gesagt lachte ich oft und herzlich über und mit diesem Film, aber der zieht sich wie Kaugummi in die Länge. Und dennoch: fur gemächlich fünf Punkte rechts allemal. Also: Gucken! Sonst gibt's Knoblauch hinter die Ohren!