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Roman Polanski hat mit seiner „Macbeth“ Verfilmung ein düsteren, aber nicht weniger herausragenden Film gedreht, der ganz oben in der Liga der besten Shakespeare-Verfilmungen steht.


Im Krieg feiert der Schotte MacBeth (Jon Finch ) einen überragenden Sieg gegen Norwegen, als ihm drei Hexen u.a. voraussagen, er würde bald König von Schottland werden. Seinen Freund Banquo wird vorausgesagt, dass seine Söhne irgendwann Könige von Schottland werden. Am schottischen Hof erfüllt sich dann gleich eine Voraussagung. Angetrieben von seiner Frau überlegen nun weiter, den jetzigen König Duncan (Nicholas Selby) zu töten und so Macbeths Weg auf den Thron zu beschleunigen. Mit einem perfiden Mordplan wird Duncan getötet, die Schuld jemandem anderen in die Schuhe geschoben und Macbeth wird König. Doch Mordvisionen plagen Macbeth und seine Frau, was Macbeth aber nicht daran hindert, weitere Morde begehen zu lassen. Der Aufstand gegen Macbeth wächst...


Im schönen Wales drehte Roman Polanski seiner Version von Macbeth, einem der Bedeutesten Werke von William Shakespeare. Doch Polanskis Version ist alles andere als leicht zugänglich oder gar leichte Kost. Original Dialoge und eine äußere Optik, die zeigen, wie es damals in Polanski, kurz nach dem Tod seiner Frau, ausgesehen haben muss.
Schauspielerisch bekommt man hier natürlich einiges geboten. Schon allein wegen der Originaldialoge hat man sofort das Gefühl, in besagter Zeit zu leben und auch Kulissen und Kostüme tun dabei ihr übriges. Nach der etwas längeren Einleitung legt Polanski aber nach, und sobald Macbeth König ist, sieht man, dass Shakespeare nicht immer nur staubtrocken sein muss.

Die Greultaten von Macbeth sind außerordentlich brutal und man würde meinen, solche Szenen passen nicht in den Film. Doch Polanski hat ein Gespür dafür entwickelt, was der Zuschauer sehen will und was ihn schockt. Auf der einen Seite noch schöne Landschaftsaufnahmen von Wales, auf der anderen Seite dann die kompromisslose Art des Königs Macbeth.
Macbeths Versionen der Toten haben schon fast Horrorcharakter, wenn alle feiern, nur Macbeth sieht einen Toten mit aufgeschlitzter Kehle am Tisch sitzen, der durch Macbeths Befehl gestorben ist, nur weil Macbeth angst hat, seine Macht zu verlieren.
Der Ausgang des Films dürfte wohl jedem klar sein, auch wenn man Shakespeare nicht gelesen hat, doch auch hier lässt sich Polanski noch was einfallen, um die Herrschaft Macbeths zu beenden.


Fazit: Eigenwillige, aber höchst interessante und düstere Variante von Macbeth mit hervorragenden Schauspielern und brutalen Szenen. Wer mit Polanski was anfangen kann, sollte auf jeden Fall mal reinschauen und sich nicht davon beirren lassen, dass dies hier ein trockener Film wird, wo man nach 30 Minuten spätestens eingeschlafen ist. Polanski schafft es, Shakespeare so zu belassen, wie es vorgesehen war, aber dennoch interessant für den Zuschauer zu gestalten.

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