Review

Gebrauchsanweisung!
Dieser Film läuft so: wir zeigen ihnen eine Reihe unzusammenhängend aneinander montierter Szenen. Diese Szenen haben wir anderen Filmen entnommen. Wir haben sie ergänzt mit etwas Körpersekrethumor. Wenn sie die Original-Filme dahinter erkennen, hüpfen sie bitte in ihrem Sitz hoch, juchzen und machen sich unter kollerndem Gewieher in die Hose. Danke fürs Mitmachen.

So oder anders muß man „Date Movie“ nehmen, ansonsten geht es einem so wie dem Autor: er spürt die verbleibende Lebenszeit unbarmherzig verrinnen.
„Date Movie“ wird als „Spoof“ verzeichnet, eine Untergattung, die man wohl als Parodie verstehen darf, als satirische Übertreibung, nur ist sie das nicht.
Es ist eigentlich nicht möglich, eine Szene, die sowieso schon lustig, noch zusätzlich zu parodieren, weil man dann nur versucht, einen Witz mit einem anderen Witz zu ersetzen. Und Seltzer und Feinberg verstehen unter Witz hauptsächlich Titten, Zeitlupe, Körperfunktionen (akustisch) und schmerzhaften Slapstick, auch gern gegen körperlich oder geistig Benachteiligte. Darüber wird vorzugsweise Rap, Hip-Hop oder sonstiges Musikalisches gelegt, in dem das Wort „Bitch“ vorkommt.

Verlieren wir doch ein paar gepeinigte Worte über Jason Friedberg und Aaron Seltzer, dem Autoren/Regie-Duo hinter diesem Film. Beide schrieben eine Reihe von Filmen, von denen die meisten Jugendlichen glauben, sie seien so etwas wie lustig.
Dazu gehören so ziemlich sämtliche „Scary Movie“-Filme, die auch zunehmend bemüht waren, mangelnde Originalität auszugleichen, in dem man Verweise auf viele Filme darin unterbrachte. Bis zu Teil 3 war das sogar teilweise noch ganz lustig, wenn man die richtigen Darsteller dafür hatte.

Irgendwann wollten die beiden aber ihr eigenes Ding durchziehen und weil sie eigentlich keine Ideen hatten und noch nie welche gehabt haben, sagten sie sich: „Hey, wir nehmen ganz einfach die erfolgreichsten Genrefilme aus des letzten Jahrzehnts (bei späteren Filmen wurden die Zeitspannen immer geringer, weil die Jugendlichen eben das Erinnerungsvermögen eines Goldfischs haben) und stellen sie nach. Dabei rennen wir Leute über den Haufen und bringen jede Menge sexuelle Anspielungen, sexuelle Zweideutigkeiten, sexuelle Verhohnepiepelungen und andere Schweinereien unter und wenn wir gerade keinen Grund für Schnitten haben, sauen wir mit Spucke, Sperma, Rotze, Kotze und Pickelinhalten rum -–und Körperbehaarung kommt auch immer ganz eklig! – Das ist so krass, da stehen die Jugendlichen drauf!“

Und ja, damit hatten sie tatsächlich sowas wie ein Erfolgsrezept gefunden, denn was könnte Teens mehr interessieren als akutes Fremdschämen, bei dem man gut kreischen und die sich vor Ekel zusammenrollende Tussi neben sich in den Arm nehmen können.

Das Problem ist eben nur: dazu haben die beiden Kreativlinge immer weniger Zeit und müssen die „aktuellen“ Anspielungen in immer kürzerer Zeit rausrotzen, weswegen außer „Erkennen sie den Blockbuster?“ wenig Inhalt bleibt. Aber wen unter 20 und mit einem Humor-IQ von Null stört das schon, solange es genug Muschi- und Pimmelscherze gibt (hier wird sogar der Spinnweben im Slip-Gag aus „Scary Movie 2“ wiederholt, gähn!) und gut erzogene Perserkatzen furzend auf dem Klo sitzen.

Doch wie schon gesagt, sind hier alle Vorlagen sowieso meistens ganz lustig gewesen (die komplette Aufstellung aller Filme lesen sie bitte in der imdb nach) und darum wiederholt man sie ganz einfach und zieht sie dann ins Groteske oder Sexuelle. Und das wars halt.

Herzlich untalentiert für so etwas spielen das Pärchen Adam Campbell (nichtssagend) und Alyson Hannigan (schwer unterfordert) die Hauptrollen rund um einen Cast, der dann in weiteren Filmen vermutlich wegen Arbeitslosigkeit wieder auftauchte.

Ach so ja, lustig ist das übrigens nicht für einen Moment, außer die Pubertät hält noch an oder hat schwerwiegende Nachwirkungen am Geschmack hinterlassen. Aber das macht nichts – ich wollt auch nur schnell die übrigen warnen! (1/10)

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