Als Kind wird Jeanette Fielmann (Valerie Niehaus) Zeuge, wie ihre Eltern bestialisch von einem verrückten Killer gemeuchelt werden. Nach zehn Jahren Irrenanstalt wird sie entlassen und versucht sich als Französischlehrerin in einem Ferienhaus in Tirol. Doch bald darauf kehrt das Grauen zurück, denn ein Killer hat es wieder auf eine Reihe von Jugendlichen abgesehen. Jeanette fürchtet um ihr Leben.
Amerikanischer Horror-Slasher trifft auf deutsche Soap-Opera. Kann das gut gehen? Nur bedingt...
Angesiedelt in der scheinbar heilen Bergwelt der Alpen versucht man, gängige Muster aus Übersee zu kopieren, was man teilweise geschafft hat. Als Resultat gibt es leider so ziemlich jedes Klischee eines Teenie-Slashers zu sehen. Die Opfer des Killers sind meist jung und gutaussehend. Wer Sex hat, stirbt. Wer in einem Autos sitzt, auch. Tatsächlich ist das nächste Opfer des Irren stets vorauszuahnen, wodurch Spannungsmomente selten sind. Die Charaktere sind von Anfang an so angelegt, dass man gleich weiß, wer dran glauben muss. Überraschungen gibt es so gut wie gar keine, ist eben alles schon mal da gewesen. Einige eklatante Logikfehler, auf die ich aus Spoilergründen nicht eingehe, trüben das Vergnügen zusätzlich.
Einfallsreichtum hat man zumindest teilweise bei den Morden bewiesen. Etwa wird einer von einer Heugabel aufgespiest, ein anderer wird in einer Heckselmaschine (?) zerhackstückt. Dabei fließt recht viel Blut, allerdings dämpft die bemühte Ironie die Schockeffekte. Bemüht, weil die lustige gemeinten Szenen nur selten zünden. Versuche von Humor sind meistens viel zu tumb und offensichtlich. Als Running Gag fungiert ein Toter in einem Auto auf der Wiese, an dem zwei depperte Polizisten andauernd vorbeifahren. Haha. Dazu gibt es noch völlig idiotische Anspielungen auf Filme wie Pulp Fiction oder Leon - Der Profi, bei denen das Timing so schlecht ist, dass es schon wieder lustig ist.
Durch die Versuche von Humor verliert der Film noch zusätzlich an Schrecken, der sich durch die Heile-Welt-Kulisse der Alpen sowieso nie richtig einstellt. Nicht einmal alleine im Dunkeln wird man sich fürchten, einzig die Rückblenden der Ermordung von Jeanettes Eltern und das kranke Gesicht des Killers sind brauchbare Schockmomente.
Die Schauspieler sind (erwartungsgemäß) unter aller Sau. Fast nur Soap-Darsteller in den Hauptrollen, das kann nur schief gehen. Vor allem Xaver Hutter als Good-Boy ist nervtötend. Alexandra Neldel sieht immerhin spitze aus. Erwähnenswert sind einige Gastauftritte, etwa spielt Martin "Ich hab die größte Fresse" Schneider einen Taxifahrer und Detlev Buck einen Psychiater.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass "Flashback - Mörderische Ferien" sichtbar bemüht ist, dem Zuschauer ordentlich was zu bieten, dabei allerdings meistens glücklos ist. Die Opfer sind vorhersehbar, der Humor zu primitiv und Überraschungen Mangelware. Die Tiroler Alpen als Kulisse sind gewöhnungsbedürftig und nicht gerade erschreckend, haben mir aber trotzdem irgendwie gefallen. Die Schauspieler gehören wieder schön in ihre Seifenopern zurück gesteckt, nur Alexandra Neldel weiß durch ihr Aussehen zu gefallen. Für knallharte Fans des Genres zu empfehlen, ansonsten alles schon einmal besser da gewesen.. Zum Abschluss noch die Frage, was die Macher gegen süße kleine Tierchen haben. Die werden nämlich gleich reihenweise abgeschlachtet, was trauriger ist, als wenn so ein schlechter Darsteller stirbt.