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Oh, es brummte einst in Deutschland, als „Anatomie“ noch die Kinos füllte und die Slasher an allen Ecken und Enden erblühten. Also griff man sich ein abgelegtes Drehbuch von Horror-Altvater Jimmy Sangster (der dann auch sein Haupt verbarg vor dem Ergebnis) und peppte es GZSZ-mäßig für deutsche Verhältnisse auf und schickte somit „Flashback“ ins Rennen.

Genauso altbacken (da eher in die 70er und nach England/USA passend) ist dann auch das Ergebnis: die garantiert aufregende Geschichte einer jungen Dame, die seit dem Mord an ihren Eltern vor einem Jahrzehnt vorsichtshalber engen Kontakt mit der Psychiatrie pflegt und sich an ihr Trauma immer noch nicht erinnern kann. Man wird natürlich in dem Glauben gehalten, dass NIEMAND weiß, was geschehen ist und dass der Killer baldigst zurückkehren wird (so ist das ja immer in diesen Filmen), aber das diente nur der Spannungsförderung.

Und obwohl da ein gewisses Gefahrenpotential besteht (von dem man natürlich erst im letzten Viertel erfährt), läßt man die Gute einfach so und ohne richtige Vorbildung als Französisch-(Hoho!)-Nachhilfelehrerin bei zwei flotten Blagen aus dem Soap-Opera-Bereich (die Darsteller, nicht die Figuren) antreten, irgendwo in der malerischen Bergwelt, wo Leute wie Martin Schneider („Aschebescher! Massemööader!“) Taxi fahren.

Natürlich geht es in nicht allzu ferner Zeit ab wie das berühmte Zäpfchen von Schmidts Katze, denn der Killer mit der Sichel geht um und meuchelt, was die Blutpads hergeben. Die junge Lehrerin müht sich natürlich redlich und fängt dennoch ein Techtel mit Mechtel und ihrem Schüler an, der auch nichts dagegen zu haben scheint. Und die Vorzeichen mehren sich ebenso, wie auch der Bodycount, zumindest für den Zuschauer beträchtlich ansteigt.
Wo der Film punkten kann, ist der Härtefaktor, denn mit Blut und Gemetzel der Mittelklassesorte wird wirklich nicht gespart. Wenn aber eine aufgetakelte Frisösenbratze dran glauben muss, ist das nur halb so lustig, wenn einem dieses wandelnde Klischee schon den letzten Zahn gezogen hat. Ihr ebenfalls gemeuchelter Galan sitzt bis zum Nachspann unbemerkt in seinem Auto, weil die Polizisten in solchen Filmen (könnte auch vom Wörthersee sein) ja immer dumm wie Brot sind.

Ich bin mal fies und verrate nicht den Hintergrund dieses ganzen Treibens und auch nicht die elliptische Schlusspointe, kann aber auf der positiven Seite vermerken, dass es übelst zur Sache geht und die ganzen Sparmimen samt und sonders dran glauben müssen. Das stört aber nicht, denn die Dialoge können einem den letzten Nerv rauben, vor allem wenn der Bruder süddeutschen Akzent (Xaver Hutter ist einfach zum Knuddeln, aber er sollte keine Sprechrollen bekommen) spricht und seine Schwester hochdeutsch.
Auch sonst gibt’s ein paar sinnige Fragezeichen zu verteilen, vor allem wird der Grund verschwiegen, wieso die Mordserie so früh losgeht und was der Auslöser ist. Es wird zwar eine Erklärung geliefert, aber die passt nicht so recht zum Starttermin der Taten. Auch der Pre-Title-Mord in einem Zugabteil passt hinten und vorn nicht zum Restfilm und es wird auch nicht wieder darauf eingegangen.

Aber Logik ist ja eh nicht immer extra dabei, wenn es eh nur ums Gemetzel geht (und hier gehen einige Logiklöcher auf) doch trotz der handwerklich ordentlichen Bilder, bleibt es hier überwiegend beim TV-Format. Blödere Slasher gibt es natürlich zuhauf, aber eine qualitative Empfehlung kann ich hier auch wieder nicht aussprechen. Dafür hatte ich während des Films zu viele Flashbacks. (4/10)

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