Review
von Leimbacher-Mario
Germanisches Giallo-Grinsen
Deutsche Slasher sind rar, gute noch rarer - oder gar überhaupt nicht vorhanden?! Naja, da könnte man zumindest „Anatomie“ anbringen, für den ich immer schon eine Schwäche hatte, und auch „Flashback“, der oft als Soap-Slasher betitelt und belächelt wird, eigentlich aber durchaus etwas zu bieten hat - selbst wenn es gefühlt vielleicht nicht immer alles auch so unterhaltsam und goofy gewollt sein könnte, wie es im Endeffekt daherblödelt... In dem dieses Jahr schon zwanzigjähriges Jubiläum feiernden Alpen-Schlitzer geht es um eine junge Frau, die in ihrer Kindheit brutal die Eltern verloren hat und ein mörderisches Trauma durchmachen musste. Nun soll sie nach Jahren psychiatrischer Behandlung in einem abgeschiedenen Dorf in den Bergen Französischnachhilfe geben - bis auch dort wieder grausame Morde geschehen...
„Flashback“ könnte man irgendwo zwischen „Scary Movie“ (aber keine Angst!), „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“ und „Pieces“ verorten - mit starken Giallo-Vibes, auf rotzigem deutsch und mit etlichen TV-Sternchen von Alexandra Neldel bis Simone Hanselmann. Ist also schon ein sehr spezieller Cocktail, der hier zusammengebraut wurde. Der jedoch erstaunlich gut durchknallt - auf allen Ebenen des Wortes. Spaß und Spannung gehen einher, bei mir mit deutlichen Schwankungen zu Ersterem. Der Goregehalt ist ausgezeichnet. Die Vorlagen und Vorbilder sind nicht zu übersehen. Atmosphäre kann oft genug aufkommen. Und langweilig wurde mir nie. Allein, weil ich manchmal nicht glauben konnte, was ich da gerade sehe. Enttäuscht hat mich eigentlich nur das vorhersehbare und abgeschnitten wirkende Finale und manch eine wirklich außerordentlich steif wirkende Schauspielleistung - was jedoch wie gesagt auch einen Großteil des trashig-bescheuerten Flairs dieses süddeutschen Slashers ausmacht. Bier und Slasher-Freunde schnappen und einem feuchtfröhlichen Abend steht nur noch wenig im Wege.
Fazit: egal ob ernst gemeint oder parodistisch, ob Slasher oder Lacher, ob Soap oder Schocker - der deutsche Genrebeitrag „Flashback“ ist unterhaltsam, blutig, audiovisuell hochwertig produziert und eigentlich genau das, was man immer sucht und will und vermisst, wenn es um unsere Horrorlandschaft geht. Deswegen ein deutlicher Bonuspunkt. Zum Teil so schlecht, dass es wieder gut ist...