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Die junge Jeanette wurde im Kindesalter Zeuge, wie ein geisteskranker Transvestit ihre Eltern mit einer Sichel umgebracht hatte, und hat die zehn Jahre seit der Tat in psychiatrischer Behandlung verbracht. Um nun wieder außerhalb der Anstalt auf eigenen Füßen zu stehen, soll sie einem verhätschelten Geschwister-Trio in den Sommerferien Französisch-Nachhilfe geben. Nach ihrer Ankunft in dem in den Bergen gelegenen Anwesen sieht Jeanette schon bald eine Sichel-schwingende Gestalt im Kleid umhergehen... etwa derselbe Psychopath, der auch schon ihre Eltern auf dem Gewissen hat...? Stefan Ruzowitzky hat mit seinem "Anatomie" gezeigt, dass es auch hierzulande möglich ist, innerhalb des durch Wes Cravens "Scream - Schrei!" ausgelösten Slasher-Booms der späten 90er Jahre auf einer Trendwelle zu 'nem relativen Erfolg zu surfen, Michael Karens "Flashback - Mörderische Ferien" geriert sich nun gar als Nachzügler eines Nachzüglers und hängt sich noch zusätzlich hinten mit dran. Okay, oberflächlich betrachtet hat er die passenden Zutaten alle beisammen (sprich: krude Mord-Szenen, 'ne nicht immer logisch entwickelte Storyline und attraktives Jung-Volk zum wegmetzeln), aber irgendwie werde ich mit dem Streifen damals wie heute nicht richtig warm, denn obwohl man hier tatsächlich auch noch ein altes Original-Skript von Hammer-Drehbuchautor Jimmy Sangster aus der Schublade gekramt und aufpoliert hat, liegt "Flashback - Mörderische Ferien" doch irgendwie neben der Spur, auch wenn man zunächst nicht genau greifen kann, warum. Doch nach einigen absurden inhaltlichen Verwicklungen, situationskomischen Kapriolen und den Gast-Auftritten von Martin Schneider und Detlev Buck dämmert es einem: "Flashback - Mörderische Ferien" ist eine Komödie! Nur leider keine witzige. Aber blutig isser.

4/10

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