Review

„Sterben – Aber Richtig!“. Schon der Titel hört sich an, als wäre der Film dahinter nur für Zuschauer mit Eiern gedacht. Für harte Männer. Für Actionfreaks. Für Machos. Doch ist dem so?

Ja! Teilweise.
Boomer (Scott Wiper) ist ein junger Cop aus Chicago. Noch etwas grün hinter den Ohren und noch nicht so erfahren wie sein Partner Carlos, ist er recht nervös, als die beiden sich undercover mit ein paar Mafiosi treffen. Die haben allerdings längst Lunte gerochen und so artet das Meeting der harten Kerle recht schnell zu einem „Meating“ (Eigenkreation von mir, bitte nicht kopieren, plane Patentanmeldung!) aus, in dessen Verlauf Carlos von den bösen Buben gnadenlos abgeknallt wird. Boomer hingegen überlebt die Schießerei und will nur eins: weg aus Chicago, weg von Gewalt und Gefahr und hin zu seiner bildhübschen Freundin und ein Leben in trauter, friedlicher Zweisamkeit verbringen. Doch das scheint ihm einfach nicht gelingen zu wollen, denn ehe er sich versieht, steckt er mitten in einer lebensgefährlichen Verwechslung, die ihn genau vor die Zielkreuze sowohl polizeilicher als auch mafiöser Schießeisen katapultiert. Harry James, ein Undercover-FBI-Agent hat einen Datenchip mit höchst brisanten Informationen über einen Mafiaboss in seinem Besitz, bei dessen Übergabe er allerdings in einen Hinterhalt gerät und schwer verletzt flüchten kann. Nun sucht alle Welt nach ihm und irgendwie wird Boomer für ebenjenen Harry gehalten. Jetzt hilft nur noch eins: flüchten oder sterben – aber richtig!

Multitalent Scott Wiper
Dieser Bursche hat nicht nur die Hauptrolle in diesem rasanten Actionstreifen übernommen, sondern ihn auch geschrieben und als Regisseur inszeniert. Sozusagen eine One-Man-Show. Und die hat es in sich! Trockene Dialoge gibt es en masse, teilweise auch ziemlich cool und witzig formuliert (z.B. die Szene, in der die beste Vokabularwahl diskutiert wird) Des Weiteren zeichnen ein spannender Storyverlauf und gute Choreographien diesen recht harten Actionthriller aus. Die SPIO/JK-Freigabe verwundert nur ob der Tatsache, dass viele Shootoutszenen recht abgehackt wirken und vorher wegblenden. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass der Film schon vor US-Release für ein R-Rating geschnitten werden musste. Dass man bei einer Direct-to-Video-Produktion die Hoffnung auf eine Unrated-Version praktisch aufgeben kann, dürfte klar sein. Das ist bedauerlich, denn es hätte den Film noch einen Tick besser gemacht. Die Darsteller spielen allesamt glaubwürdig und angenehm bemüht, besonders Scott Wiper, Natasha Henstridge (klasse Frau!), Lou Diamond Phillips, und sogar Joe Pantoliano („Bad Boys“, „Matrix“) in einer lustigen Nebenrolle, stechen mit guten Leistungen aus dem Cast hervor. Die Optik und Kameraarbeit ist für einen B-Low-Budget-Streifen wie diesen hier überdurchschnittlich gut geworden.
Minuspunkte gibt es für ein paar Logikfehler (einen im Besonderen, in welchem ein Rachsüchtiger später zum Lebensretter mutiert. Wtf?) und den teilweise verwirrenden Storyverlauf. Die zu begutachtenden Explosionen sind für B-Verhältnisse klasse und die Musik passt, wie vieles andere an diesem Film, akzeptabel in das Gesamtbild.

Mehr davon!
Scott Wiper macht in seinem Debüt vieles richtig. Die knackige Inszenierung macht Spass, der Humor lockert auf und die Action rockt. Bis auf kleinere plottechnische Defizite ist dieser Streifen als ein sehr guter Vertreter des B-Actiongenres auf dem DTV-Markt zu betrachten. Gerne wieder, Mr. Wiper.

Dialoghighlight: „Du musst härter reden! Sag Wörter wie „Fick Dich!“. Und vor allem: Nimm „Schwanzlutscher“! Die Kerle lieben „Schwanzlutscher“!“

Gute 7 von 10 ways to die

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