Dean Crow (Backwoods) zweite und letzte Regiearbeit ist zwar kein Knaller, dennoch ein ungewöhnlicher und recht atmosphärischer Actionfilm, der damals schnell in der Versenkung verschwand. Uwe Bolls "Tunnel Rats" handelt vom selben Thema.
Ed Chambers (Jack O´Hara) ist Spezialist für das Kanalisationssystem und für die Einteilung der Arbeiter zuständig. Doch Lt. Stephano (Jack Williams) und Sgt. Fitz (Charles Cooper) überbringen ihm eine schlechte Nachricht, zwei seiner Arbeiter wurden ermordet. Und kurze Zeit später nimmt der Mörder Kontakt zu Ed auf. Es handelt sich um Dagget (Ron Spencer), einen ehemaligen Kampfgefährten von Ed im Vietnamkrieg, der jedoch als gefallen galt. Ed versucht dem Treiben im Alleingang ein Ende zu setzen, doch er tappt ihn Daggets Falle. Aber für Dagget ist damit nicht genug, er will auch Eds Sohn Rick (Ian Borger) töten. Dazu entführt er Ricks Freundin Cammy (Amy Lacy) in die Kanalisation. Dort kommt es zwischen Rick und Dagget zu einen erbarmunglosen Kampf.
Die sogenannten Tunnelratten gab es damals wirklich, sie durchforsteten die endlosen und verwinkelten Gangsysteme der Vietnamesen. Und dazu gehörten auch Dagget und Ed. Und natürlich gibt es zwischen den Beiden eine Vorgeschichte. Eigentlich müsste Dagget entstellt sein, wenn eine Granate direkt neben ihm explodierte. Auf jeden Fall hielt man ihn für Tod, doch er will sich an Ed rächen. Dafür hat er es sich in der Kanalisation gemütlich gemacht und deren Netz ist riesig groß und verwinkelt. Der perfekte Ort, um nicht mal von der Polizei gefunden zu werden. Eds Sohn Rick passt auch gut ins Beuteschema von Dagget, denn er ist halb Vietnamese, doch seine Mutter starb in Saigon. Doch erst muss sich Dagget um Ed kümmern, den er mit Hilfe einer Sprengfalle um die Ecke bringt und nun muss sich der unerfahrene Rick gegen die Tunnelratte etablieren.
"Twice Under" ist aufgrund seines Szenarios mal eine Abwechslung. Eigentlich ist es nur ein simpler Kampf gegen einen Psychopaten, doch der hat einige Waffen, kennt sich in den Kanälen aus und hat den Klischees entsprechend natürlich eine Geisel. Doch in den düsteren Kanälen gelingt es Crow seine Trümpfe auszuspielen. Rick ist Dagget gnadenlos unterlegen, was die Spannung ein wenig erhöht. Während es in der ersten Film nur ein paar Morde gibt, so ist die zweite Halbzeit eine einzige Hetzjagd durch das Kanalisationssystem. Nur das finale Auftauchen von Ed finde ich eher unpassend. Er hat die Sprengfalle überlebt und seinen eigenen Tod vorgetäuscht. Dennoch hat er nicht verhindert, dass Rick seinem ehemaligen Kollegen fast zum Opfer fällt. Erst ganz zum Schluss greift er ein und auch dort geht er Rick nicht viel zur Hand. Es wäre gescheiter gewesen Ed umkommen zu lassen, doch "Twice Under" steuert nun mal ein Happy End an.
Dennoch ist der Kampf in der Kanalisation ziemlich spannend, Dagget hat neben einem Messer auch eine Pistole, diverse Sprengsätze und eine Armbrust. Doch Rick gelingt es recht schnell den Spieß umzudrehen, dabei kommt ihm auch seine Ghettoblaster-Sammlung zu Gute. Richtige Brutalitäten sollte man aber nicht erwarten, ausser ein paar blutigen Einschüssen. Auch bleibt der Bodycount recht niedrig. Daggett erledigt nicht nur drei Kanalarbeiter, sondern auch einen Obdachlosen der sich in den Kanälen aufhält und einen Polizisten. Untermalt wird das Geschehen wird das Geschehen von einem rockigen Score, der sich gerne mal in den Fordergrund drängt. Eigentlich klingen alle Songs ordentlich, aber den Lärmpegel hätte man ein wenig mäßigen können.
Die Darsteller sind allesamt auf gutem Niveau, wobei sich kein bekanntes Gesicht finden lässt.
Dank seines ungewöhnlichen Szenarios sorgt "Twice Under" durchgehend für Unterhaltung und ist dabei nicht unspannend. Das wirklich knappe Budget ist an den zwei verrauchten und viel zu kleinen Explosionen zu erkennen. Doch ansonsten kann man sich eigentlich kaum beklagen.