China, 2ter Weltkrieg.
Der heimlich agierende Rebell Ding Yi Shan [ Ling Yun ] wehrt sich auf seine Weise gegen die japanischen Invasoren; vor allem Commander Nakajima [ Wai Wang ] steht bei ihm fest im Visier.
Der nächste Schachzug erfordert allerdings mehr als Waffen; zusammen mit den Genossen Wu San Xian [ Cheng Hong Yip ], Yu Da Yi [ Yeung Chi Hing ], Tian Si Hai [ Kwok Wai Min ] und dem jungen Kellner Xiao Fu Zi [ Meng Yuen – Man ] plant man in das örtliche Hauptquartier der Besatzer einzudringen und die Angriffspläne für eine bevorstehende Attacke zu stehlen. Allerdings haben diese gerade auch eine Spezialeinheit für die Suche nach Ding in Empfang genommen; Deputy Commander Wang Ling [ Cheng Li ] soll den Aufrührer ausfindig machen und erledigen. Ihre Spur ist auch goldrichtig...
Wie in einer Guerillataktik ist auch das Skript aufgebaut: Punktuelle, "nadelstichartige" militärische Operationen gleichen sich hier den inhaltlichen kleineren Vorstössen, die das Drehbuch nach und nach aufführt, um den Handlungsbogen letztlich doch noch in einer grösseren Aktion zu besiegeln.
Dabei passt man sich in seiner Strategie auch formell dem thematischen Tarnen und Täuschen an; viel ist nur Verschleierung und damit auch Hinauszögern des finalen Konflikts.
Erreicht wird diese narrative Obstruktionspolitik über einen langen Aufbau, der sich zwar nur sehr kurz und schnell mit der ausgehenden Prämisse befasst, aber sich dann vollständig und damit ausführlich auf die Vorbereitung und Durchführung des Planes konzentriert.
Derart mit nur einem Topik und deswegen sehr überschaubarer Struktur ausgestattet macht der Film zwar einen sehr handlichen und dichten Eindruck, wirkt aber bis auf Anfang und Ende seltsam klein. Begrenzt sich auf ein relativ gedrungen wirkendes Teilstück, das lang und breit unter die Lupe genommen wird. Wenig Schauplätze, schnell aufgestellte Parteien samt Konflikten, mehr Verschleppung als Forcierung, mehr Flexibilität als Mobilität. Als wenn man alle Zeit der Welt hätte, obwohl sich beiden Parteien unabdingbaren Fristen von zwei bzw. drei Tagen gegenüber sehen.
Dabei fängt man erstmal mit den aufregenderen Ereignissen an; anscheinend nur als Schmankerl und Aperitif auf vielleicht später Kommendendes wird zu Beginn mehr geklotzt als gekleckert: Ein Attentat mit Sprengstoff auf einen Zug der Japaner sowie deren aktive Gegenwehr samt Erstürmung eines vermeintlichen Geheimversteckes wartet mit den ersten Actionszenen auf, die nicht nur durch das wie immer edle Shawscope durchaus für Eindruck sorgen können. Dann vollzieht sich aber schnell die Kehrtwendung, das Tempo wird ausgebremst und zugunsten der Einführung weiterer Mitstreiter von sowohl Protagonist als auch Antagonist genutzt. Diese bleiben allerdings blass; dies sogar mitsamt der Hauptdarsteller, was ebenfalls auch ein Manko des Filmes darstellt. Das keine wirklichen Stars anwesend sind, ist nicht weiter schlimm; aber die Besetzung besteht grundsätzlich aus festgelegten Nebenakteuren, die hierbei mehr gefordert wären und diese Notwendigkeit aber nicht erkennen oder zu vollziehen nicht in der Lage sind.
So macht die Drei – Mann - Truppe Dings schon optisch einen mehr kümmerlichen Eindruck; die personelle Minderheit mal ausgenommen.
Auch weisen diese keine eigens besonderen Fähigkeiten auf, die sie zu Spezialisten in der Geschichte machen würden; es scheinen dann wirklich nur die Einzigen zu sein, die sich Dings kleinem Widerstand anschliessen, zufällig alle noch aus der gleichen Region. Was dann auch für den Erkennungscode herhält und bereits dadurch die ersten Schwierigkeiten beim Identifizieren der Mitstreiter verursacht; auch der eingeschleuste Fuchs im fremden Bau muss erstmal herausgefunden werden, zumal dieser sogar noch mit der Aufgabe betreut ist, selber die Rebellen dingfest zu machen.
Sich einmal gefunden ist der Plan schnell entwickelt; ähnlich wie beim späteren The Naval Commandos [ wo Pao Hsueh Li Co - Director war ] will man über ein Trojanisches Pferd aus sein Ziel erreichen und genau wie dort wird der feindliche Commander wegen seinem Hobby als Kunstliebhaber zur Achillesferse für seine Einheit. Getarnt als „Beschaffung“ für das heimische culture department wird Kulturraub im grossen Maßstab betrieben, bei dem die persönliche Bereicherung des Handelnden am Feindvermögen keinesfalls ausgeschlossen ist. Kleiner Seitenhieb auf die asiatische Nemesis, die das Kriegschaos auch dafür genutzt hat, die Kunstbestände der Nation zu arrondieren.
Spätestens ab dem Punkt kommt der Film ins Stocken, da nun die Schlüsselsituationen fehlen. Gemäss der klandestinen Untergrundbewegung, die bereits im Titel festgelegt und vorgegeben ist, versuchen die einen, ihre Maskierung aufrecht zu erhalten, und die anderen, unter diese Tarnung zu gelangen. Da der Gegner nicht eindeutig zu detektieren ist, wird dies über mehrere Tests vollzogen: Commander Nakajima lässt Ding verschiedene Antiquitäten schätzen und sorgt gleichzeitig für weitere strategische Spitzen.
Hierbei erfolgt nun massig Fachsimpelei, was aber die Frage nicht vermeiden kann, wieso die Japaner hierbei ebenfalls mit mentalen Tricks auf die Spuren ihres Feindes kommen wollen; wird doch gleichzeitig nebenbei Folter am zwischendurch gefangenen Xiao betrieben und hat man auch vorher und nachher nicht gerade Samthandschuhe getragen.
Trotz Skriptaufsicht von King Hu tragen hier eben auch einige Männer aus dem Land der aufgehenden Sonne das übliche klischeeträchtige Hitlerbärtchen und fallen auch abseits des Kriegsschauplatzes zumeist als sehr unangenehme Soldateska auf; das Töten einer friedlich stillenden Hündin samt ihren Welpen ist da nur die Spitze des Eisberges.
Die Gewalt findet allerdings zumeist im Off statt; nicht ausgeblendet, aber auch nicht effektheischend draufgehalten. Man sieht zumeist entweder nur den Beginn oder das Ergebnis der Maßnahme, nie den Vollzug selber im Bild. Eine Ausnahme bildet die Szene, als während dem eigentlichen Vorhaben jemand per Bambusrohr unsanft zum Schweigen gebracht wird.
Etwas direkter, aber doch immer noch auf eine gewisse Weise subtil ist der Umgang mit dem Patriotismus, der zusätzlich mit der Rückbesinnung auf den Konfuzianismus die Identität der Chinesen stärken soll. Kein Fahnenschwingen, Vortragen der Hymmne oder aufpeitschende Reden; aber es wird klar und deutlich gemacht, dass das Wohl des Landes auch über dem Einzelnen steht. Selbst wenn in der Betonung der Ideologie und nationalen Einheit persönliche Opfer gebracht werden müssen [ auch wenn dazu mal schnell eine bisher verschwiegene Vater – Sohn – Bindung ins Spiel gebracht wird ].
Am Ende kommt dann doch noch etwas Schwung in die ganze Angelegenheit; allerdings kann man sich auch da den Eindruck einer vom Budget nicht gerade exzessiv ausgestatteten Produktion nicht erwehren. Bei dem Gefecht auf offenem Feld/in einem Stollen fliegt einem B – Picture mässig nur Staub um die Ohren, da hilft es auch nicht, dass man sich die Einschüsse der Shootouts gespart hat.
Bei der Action wird also wie bei der Handlungsführung nicht wirklich viel Wert auf Intensität gesorgt, so dass man hier rundrum nur besseren Durchschnitt bekommt. Sicherlich durchaus angenehm hier und da, aber ansonsten gesehen und vergessen.