Review

Inhalt:

China, zur Zeit der spätmittelalterlichen Ming-Dynastie. Auf Geheiß des Kaisers (Liu Kei) soll Huo Yun-Shan (Ma Chi) das "Golden Dragon Sword", eine wichtige Insignie der Macht, bewahrend bewachen. Doch etliche Feinde des Kaiserhauses, wollen dieses Schwert in ihren Besitz bringen.

Allen voran "Jade Child" Xiao Zhao (Chen Hung-Lieh), dessen Schergen nichts unversucht lassen. Cao Biao (Yee Yuen aka Yi Yuan) fordert als erster Huo Yun-Shan heraus, der aber ein herausragender Bojitsu-Fighter ist, und im Stockkampf alle Gegner besiegt, Cao flüchtet, doch erliegt Huo dann seinen schweren Verletzungen. Zuvor aber kann er das Schwert -welches er in seinem Kampf-Stock sicher einbettete- seiner Tochter, Huo Xiao-Fen (Ching Li) und derem Verlobten, dem tapferen Cho (Kong Nam aka Chiang Nan), übergeben.

Das Paar will das "Golden Dragon Sword" an den Ort seiner Bestimmung bringen, zum Premier-Minister (Yuan Shen), doch sind ihnen viele Feinde auf der Spur, die Schergen von Xiao Zhao. Huo Xiao-Fen führt das Schwert mit sich, Cho bietet ihr Entsatz als es zu etlichen Kämpfen kommt. Cho findet Beistand und Unterschlupf bei seinem Meister Lo (Ho Yu-Min) und wenigen getreuen Kämpfern. Huo Xiao-Fen gelingt es sich alleine durchzuschlagen, die Schergen von Xiao Zhao, dies sind insbesondere Fei Wut-Hui (Su Chen-Ping), "Ghost Chief" (Luo Bin) und "Earth´s Nemesis" (Tsai Hung) verwickeln sie in etliche Kämpfe. In einer Schlucht greift aber Cho mit den getreuen Kämpfern ein, und kann Huo Xiao-Fen wieder Entsatz bieten!

Xiao Zhao nimmt die Angelegenheit selbst in die Hand, und Huo Xiao-Fen wird verletzt und eine schwere Brandwunde im Gesicht zugefügt. Doch die Wasser-Geister stehen ihr bei, sie wird gerettet, und kann schließlich das "Golden Dragon Sword" dem Premier überbringen. 

Nunmehr versucht Xiao Zhao über die bildschöne Lu Yu-Ping (Lily Chen Ching), die Tochter des Generals Lu (Wei Su), doch noch an das "Golden Dragon Sword" zu gelangen. Doch Xiao Zhao wird nun zum Opfer seiner eigenen Wahnvorstellungen...!

Kritik:

Joseph Kuo (in den Credits dieses Streifens ´Kuo Nan-Hong´ genannt) drehte für die Studios der Shaw Brothers doch mehr als den einen Eastern "The Mighty One" (siehe mein Review auf dieser Webseite), nämlich diesen weiteren: "Mission Impossible". Und dieser ist so rar, so vergessen geraten, dass er sowohl bei letterboxd.com als auch bei rateyourmusic.com in deren ansonsten lobenswerten Listen "Alle MA-Filme der Shaw Brothers" NICHT gelistet ist.

Dabei ist "Mission Impossible" nicht nur ganz klar ein MA-Streifen der Shaw Brothers, sondern auch ein gelungener, sehr unterhaltsamer und spannender WuXia-Eastern. Im Jahre 1971 drehte also Joseph Kuo diesen klassischen und aber auch mit fantasievollen Elementen versehenen WuXia-Eastern für die Studios der Shaw Brothers. Joseph Kuo packte viel in seinen sehr handlungsdicht inszenierten und atmosphärisch sehr stimmigen Eastern, die Story ist einfach aber packend in Szene gesetzt, die Bildsprache und -führung stark, und die Fight-Action rockt zumal für anno 1971.

Kuo geht raus, nach Taiwan, wo dieser Eastern gedreht wurde. Berge, Wälder, Schilfgras-Ebenen, steinige Fluss-Ufer von Bergen umgeben, und ebenso steinige Tal-Ebenen vor steilen Felswänden, so kommt so etwas wie eine Atmosphäre auf, wie sie Altmeister King Hu in seinen Edel-Eastern(klassikern) aufkommen ließ. Das trägt natürlich zu einer gediegen-atmosphärischen Stimmung bei, und wenn Kuo ins Studio ging, dann ist die Ausstattung hier luxuriös-üppig und aufwändig. Dazu eine authentisch-altchinesische Town, outdoor gebaut, und so hat denn "Mission Impossible" den richtigen, ansprechenden Rahmen.

In all dem die einfache Story, um ein goldenes Drachen-Schwert, welches die Tochter eines Mannes, der dieses Schwert zu verwahren hatte und getötet wurde, an seinen Bestimmungsort zu überbringen gedenkt. Mitunter in Begleitung ihres designierten Partners, eines tapferen Schwertkämpfers. Zahlreiche Feinde wollen dies unterbinden, und an das Schwert gelangen. Das bildet den den storytechnischen Rahmen, und Joseph Kuo verwebt darin eine spannend-simple Story, die natürlich auch Nährboden für viel Fightaction aufbot.

Und nicht nur dafür, denn "Mission Impossible" ist auch ein WuXia-Eastern, hat also auch etwas Märchenhaftes an sich. Ein Arm der immer länger wird, steile Felswände -zig Meter hoch- werden durch einen Sprung erklommen, Geister treiben ihr Wesen, der Villain verfällt durch geisterhafte Erscheinungen dem Wahn -wodurch das Finale dieses WuXia spezieller Weise nicht durch einen Endfight erfolgt, reichlich Fightaction gibt es aber zum Glück vorab-, die Figur der Hauptdarstellerin Ching Li schwebt gen Himmel in der abschließenden Sequenz dieses Streifens. Doch das ist jeweils nur die in wenigen Szenen die Sahne auf dem Kuchen. Der Kuchen selbst, ist ein weitestgehend klassischer Eastern, mit spannend-markanter Story und vielen weit überwiegend reellen, rasant-dynamischen und gar intensiv-harten Swordplay- und KungFu-Fights, gut so!

Ching Li ist hier noch blutjung, liefert hier aber einen ihrer ersten Hits ab, bevor sie ihre größten Erfolge dann auf dem Höhepunkt der KungFu-Welle an der Seite von Ti Lung, David Chiang und Chen Kuan Tai für die Shaw Brothers feierte. Sie spielt stark, und hängt sich in die Rolle rein. An ihrer Seite Kong Nam (aka Chiang Nan, bitte nicht mit dem älteren Shaw-Haudegen gleichen Namens verwechseln), den Joseph Kuo, später dann selbst ein erfolgreicher Produzent mit eigenem Studio ("Hong Hwa International"), mitnahm. Kong Nam spielt solide und fightet in seiner action-lastigen Rolle noch besser.

Mitgenommen wurde auch Yee Yuen (aka Yi Yuan), der dann zu Kuo´s Standard-Villain bei "Hong Hwa International" wurde, und wieder den bitterbösen Schurken hier abgibt. Chen Hung-Lieh ist hier aber der Villain-Boss, und liefert eine sehr starke Performance ab, die diesmal sogar variabel ist: Schmierig-schleimig, eitel und verschlagen, das für ihn typische Rollenbild, dann verfällt seine Figur dem Wahnsinn, im langgestreckten Final-Segment dieses WuXia, ein ungewöhnliches Ende. Aber stark gespielt, schreit und windet sich Chen Hung-Lieh seinem Ableben entgegen. Luo Bin, Tsai Hung, Su Chen-Ping sind das Trio-Infernale auf der Villain-Seite, mit besonderem MakeUp und bös-grausamer und brutaler Aura, aber sie sind vor allem action-technisch gefordert.

Ho Yu-Ming als White-Hair-Sifu mit sonor-warmer Ausstrahlung bringt er etwas "Shaolin-Flair" hier hinein, ist aber eher Gaststar dieser Produktion. Die 2. weibliche Rolle hat hier die äußerst attraktive, bildschöne Lily Chen Ching. Sie lässt den von ihr verführten Villain dem Wahn verfallen, und ist ein hoch-erotischer Hingucker, klarer Fall. Ich würde die schöne Lily nur abweisen können, wäre ich mit Fußballer-Gattin und Mega-Model Sabrina Tabakovic (ehemals Sabrina Rosopulo) liiert.

Die Fightaction, für anno 1971 ist sie echt klasse. Dynamisch, rasant, stark choreografiert, ja gar knallhart. Weitestgehend auch reell, nur selten irreal mit -zu hohen- (Trampolin-) Sprüngen oder Flugeinlagen, die den starken Eindruck nicht schwächen. Die hohe Qualität der Fightaction -die aufgrund des Baujahrs so nicht zu erwarten war- beeindruckte mich gleich in der ersten Fight-Sequenz, als die Vaterfigur (Ma Chi) der Heldin einen klasse choreografierten Stick-Fight gegen etliche Feind-Fighter vollführte. Da waren die Duftmarken gleich mal hinsichtlich der Fightaction gesetzt. Und DAS Hightlight ist natürlich der intensive ´Quasi´-Endkampf vor gewaltiger Felswand auf steinigem Geläuf gegen alle Feinde.

"Mission Impossible", eine rar-seltene, vergessen geratene Perle im WuXiaEastern-Kanon der Shaw Brothers. Doch darf so ein gutklassiger Vertreter des Genres nicht vergessen geraten, wie ich finde. "Mission Impossible" bietet dem eingefleischten Fan von WuXia-Eastern und dem Anhänger der Shaw Brothers gediegene und spannende Unterhaltung.

7,5/10.

Details
Ähnliche Filme