Review

Inhalt:

China, inmitten der Ming-Dynastie (1368 - 1644). Sima Chau (Huang Chung-Hsin aka Huang Tsung-Hsun) gehört genau wie Hsia Wu (Tien Feng) einer geheimen Bruderschaft an. Er stielt für Hsia Wu zwei wichtige Manuals (Handbücher) des KungFu, "Dragon Claws" und "Deadly Palm".

Doch schiebt Sima Chau seinem "Bruder" Hsia Wu die alleinige Schuld für diesen Raub in die Schuhe und verrät ihn an die Bruderschaft und deren Anführer (Wong Ching-Ho). Dann kommt es zum Kampf, Sima Chau tötet den Anführer der Bruderschaft, Hsia Wu kann mit seiner Tochter, die noch ein Säugling ist, entkommen. Seine Frau jedoch, die schöne Pui Yu (Chiu Sam-Yin), wird von Sima Chau missbraucht. Aus Scham blendet sich Pui Yu, die sich mit 2 Nadeln in die Augen sticht.

18 Jahre vergehen. Die Tochter Hsia Wus, Ching Ching (Lily Ho), ist eine Amazone, die für ihren Vater, der sein entstelltes Gesicht hinter einer porzellanartigen Maske verbirgt und in einer katakombenartigen Höhle sein Versteck hat, Waren-Transporte überfällt und daher als "Silver Fox" für Furore in der Gegend sorgt.

Sima Chau ist indes der Leiter eines "Security Bureaus", das solche Trecks bewachend begleitet. Er soll mit seinen Leuten einen Treck bewachen, bei dem eine äußerst wichtige Gold-Plakette für Master Yu (Ku Wen-Chung) in die Hauptstadt verbracht werden soll.

"Silver Fox" entwendet die Gold-Plakette, und setzt hierbei an einer Quelle an der der Treck rastet, ein Betäubungsgift ein, das in wenigen Tagen alle Bewacher töten wird. Doch die Plakette ist eine Fälschung, Sima Chau hat gerissen vorgesorgt...! Er, der die geblendete Pui Yu immer noch in seiner Gewalt hat. Nunmehr entbrennt ein Versteck- und Intrigenspiel, sowohl um das Gegenmittel als auch um die echte bzw. gefälschte Gold-Plakette. "Silver Fox" hat jedoch eine Schwäche: Sie verguckt sich in den wichtigsten und besten Kämpfer des "Security Bureaus", Hsu Shun Wu (Chang Yi)!

Wird es "Silver Fox" Ching Ching gelingen, sich für ihre Eltern zu rächen, und Sima Chau seiner gerechten Strafe zuzuführen? Es kommt in der katakombenartigen Höhle ihres Vaters Hsia Wu zum alles entscheidenden Showdown, zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Bereits im Jahre 1968 drehte Regisseur Hsu Tseng-Hung diesen überwiegend recht ansprechenden WuXia-Eastern für die Studios der Shaw Brothers in Hongkong. 

Wieder in den gepflegt-edlen Studio-Sets der Shaw Brothers, doch überwiegend in gut gewählten, atmosphärischen Outdoor-Locations weiter Landschaften unter strahlend blauem Himmel und südchinesischer Sonne, wird hier eine Story um die Rache einer jungen Frau an dem Mann, der ihre Eltern ins Unglück stürzte, um Intrigen und Verrat erzählt.

Dies zunächst gefällig, ein kraftvoller Beginn treibt den Spannungsbogen früh an und nach oben. Gleichwohl Hsu Tseng-Hung dann aber das Tempo massiv drosselt, und die Story mit Intrigen und einem Versteckspiel um eine echte und eine gefälschte Gold-Plakette, um ein tödliches Gift und ein Gegenmittel doch recht gedehnt und mit Längen versehen wird. Zudem verliert man als Betrachter fast etwas den Überblick dabei, zumal auch immer mehr Figuren hinzukommen. Weniger wäre hier sicher mehr gewesen, und "The Silver Fox" ist zudem einer dieser frühen WuXias in dem die Action noch nicht das Allerwichtigste ist, und Darsteller Fan Mei-Sheng, der eine kleine Nebenrolle in diesem Streifen hat, gar noch ein Lied ala chinesischer Operette trällern darf.

Doch dann zum Ende hin, in der mit Fallen gespickten und düsteren, katakombenartigen Höhle des Vaters der Heldin, zieht die Dramatik an, und die Action kann dann für die Längen zuvor wieder entschädigen. Mit einem blutigen Finale mit der Auflösung der Dinge, wird "The Silver Fox" dann noch ins Ziel gebracht, ein WuXia-Eastern allerdings, der wohl nur für eingefleischte Fans der Shaw Brothers zu empfehlen ist.

Lily Ho ist hier die Heldin dieses WuXia, sie agiert als tapfer-niedliches Mädchen, und nicht als supercoole, kampfstark-agile Amazone, was ihr Rollenbild dann doch eher schwächt. Insgesamt macht sie das jedoch noch ordentlich. Mehr Härte hätte man sich da aber schon gewünscht.

An ihrer Seite, obgleich er zunächst der Gegenpartei angehört: Chang Yi, zu dieser Zeit neben Cheng Pei-Pei und Jimmy Wang Yu einer der SuperStars der Shaw Brothers. Jedoch ist er hier eher Mitläufer, und seine Figur eher etwas naiv wirkend. Fast ist Chang Yi eher ein Schwachpunkt im Cast. Zudem ist die "Love Story" mit Lily Ho hier eher schwach ausgearbeitet.

Das wird durch einen wieder souveränen Tien Feng, DEM Veteranen des Genres, und durch einen skrupellos-gerissenen und bitterbösen Villain Huang Chung-Hsun (aka Huang Tsung-Hsun) ausgeglichen, die das Ganze mit ihrem intensiven Spiel würzen. Zudem fährt Hsu Tseng-Hung etliche attraktive Shaw-Actricen ins Feld, in etlichen Neben-Rollen agieren hier u.a. die Genre-Schönheiten Jeanette Yu (aka Yue Wai) und "Helen" Ma Hoi-Lun, sowie in undankbarer Rolle Chiu Sam-Yin, deren Figur geblendet ist, und eine Blinde zu spielen verlangt ja immer ein spezielles Agieren.

Die Fightaction wurde hier von Tang Chia und Lau Kar Leung konzipiert und dirigiert, zu jener Zeit bereits die besten Kampf-Choreografen der Welt. In jenen frühen Jahren in denen das Genre noch im Strampelanzug steckte, sorgten die beiden für bereits agilere Action mit Drive, während andere Eastern da noch mit eher hölzernen Kämpfen aufwarteten. Auch hier haben die Fights gemessen am Baujahr Drive, gleichwohl beide Fightinstructors in jenen Jahren für Wang Yu´s Filme noch bessere Action auf die Leinwand brachten. Hinzu kommt, dass im Höhlen-Finale natürlich auch die räumliche Offenheit, der Platz für heftigere Fights fehlte. Insgesamt kann die Fightaction aber den Ansprüchen genügen, ist vor allem am Schluss dramatisch und blutig.

"The Silver Fox", ein solider und noch gefällig unterhaltender WuXia-Eastern, der aber eher nur eingefleischten Fans der Shaw Brothers zu empfehlen ist. Sehr knappe aber passable 6 von 10 Punkten stehen in meiner Bewertung zu Buche.

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