Review

Auf einer Geburtstagsfeier experimentieren ein paar Jugendliche mit einem Hexenbrett und nehmen Kontakt mit dem Teufel auf, was zur Folge hat, dass das Geburtstagskind fortan von Visionen geplagt wird, in denen er Morde an seinen Freunden miterlebt, welche kurz danach Wirklichkeit werden.

Dieser mexikanischen Produktion ist anzusehen, dass sie sich einen Erfolg am amerikanischen Markt erhofft hat, denn es wurden die in den 80er Jahren beliebten Genres des Okkultthrillers und des Slashers vermischt, ein paar bekannte Szenen aus anderen Filmen abgekupfert und das Ganze mit einem 08/15-Ami (Jon Michael Bischof), der mich an eine Art Tommy Ohrner mit David Hasselhoff-Frisur erinnert, in der Hauptrolle und, da dieser nach Mexiko zieht, der Rest mit drittklassigen mexikanischen und kostengünstigen Laiendarstellern besetzt.
Die Geschichte fängt ganz überschaulich an mit der Hexenbrett-Aktion und dem Einblick in das Leben des amerikanischen Michael, der das normale Leben eines Jugendlichen mit Schule, Liebe und Eifersucht führt bis zu dem Moment, in dem er von Visionen geplagt wird, in denen er aus der Sicht des Täters mit ansehen muss, wie seine Freunde mit einem Opferdolch ermordet werden. Zunehmend wird das Geschehen konfuser, denn es stellt sich heraus, dass der Teufel in den Körper von Michaels Freund geschlüpft ist und Michael die Morde im Voraus und später seine aktuelle Sichtweise mitschauen lässt, warum auch immer. Dazwischen wird dann wenig ergiebig ein Alkoholproblem der Mutter, eine Ehekrise der Eltern und ein über den Fernseher in Form eines aus dem Krisselbild geformten Gesichtes sprechender Freund von Michael eingeworfen, um schließlich in einem viel zu lang geratenen und unspektakulären Finale zu enden.
Wirklich unterhaltsam ist der Film in seinen obskuren Szenen. So sieht Michael während der Visonen lediglich durch die Augen des Satans, sprich er ist blind, was den Jugendlichen nicht davon abhält, durch die Gegend zu stolpern (gerne auch in seinem kultverdächtigen Dinosaurier-Schlafanzug), dabei gegen Wände zu rennen oder durch ein Fenster zu hopsen und in einer herrlich albernen Szene beim Geschäftsessen der Eltern seiner Freundin, welche eine durchgehende Augenbraue ihr Eigen nennt, mit einer Waffe die Porzellansammlung zu zerballern.
Bei der Darstellung der Morde hat man sich beim Vergießen von Kunstblut zwar nicht lumpen lassen, aber überzeugen können diese nicht auf ganzer Linie, da die Musik, wie auch im ganzen Film, nicht wirklich spannungsfördernd, sondern auf Dauer eher nervraubend ist und oft auch deplatziert wirkt und wenn es mal einen annehmbaren Effekt gibt, wie beim Dolchhieb von unten durch den Kiefer mit austretender Klinge im Mund des Opfers ("Terror in der Oper" lässt grüßen), dann wird dieser durch übertriebenes Mienenoveracting des Sterbedarstellers zunichte gemacht.

Insgesamt ist "Don't Panic" ein unausgegorener und schwach inszenierter Okkultslasher, bei dem lediglich Freunde von unfreiwilliger Komik auf ihre Kosten kommen.

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