Review

Wenn es 0:00 Uhr schlägt ist Geisterstunde, so auch in „Der Fluch der Betsy Bell“. Mit durchaus bekannten und auch gute Darstellern macht sich dieser Film auf den einen oder anderen Betrachter ein klein wenig zu erschrecken. Solange man die Handlung (und somit das wichtigste) aussen vor lässt mag dies ja durchaus gelingen.

Die Story an sich ist zwar nicht schlecht, jedoch über die gesamte Laufzeit hinweg doch recht einfach gestrickt. Und wer gut zuhören und logisch denken kann, der kann sich das Ende durchaus vorab vorstellen. Wer hingegen zu sehr aufpasst und zuhorcht wird wohl irgendwann nur Fragezeichen sehen, da sich vieles ganze einfach im Nichts verläuft oder gar nicht aufklärt wird. Auch das wieso und warum es ausgerechnet die unschuldige Betsy Bell getroffen hat (wobei sie doch gar nichts verbrochen hat), geht dabei nicht so wirklich hervor. Teilweise fühlt man sich schon wie in einem Freddy-Krüger-Streifen. Dies jedoch nur, weil irgendwie die Grenze zwischen Träumen und Realität ein klein wenig verschwindet – beste Beispiel der Fluchtversuch, oder war das auch nur geträumt?

Die Erzählweise des ganzen ist jedoch gut aufgebaut, ist es doch im Prinzip nur eine erzählte Geschichte. Die Rahmenhandlung, welche nur gerade mal ca. drei Minuten vor und hinter dem Hauptteil einnimmt, hätte man dabei auch genauso gut weglassen können, vielleicht sogar sollen, da eigentlich total unnötig.

Was die Inszenierung des ganzen angeht so ist der Streifen durchaus Sehenswert. „Der Fluch der Betsy Bell“ ist einer reiner (Möchtegern-)Grusler, welcher, mit einer Ausnahme anderer Art, komplett ohne Blut auskommt. Die Kameraführung ist auch recht Abenteuerlich, so dass sich dem Betrachter die Sicht des „Bösen“ auch durchaus des öfteren in Schwarz-Weiß zeigt. Aber irgendwie fehlt es ihm dann doch wiederum an so einem richtigen Highlight, fast so als würde sich der Film keinen Schritt weiter trauen als nur etwas Grusel zu verbreiten. Die Lichter gehen aus, der Wind kommt, die Türen schließen sich...und schon ist wieder Ruhe.

Donald Sutherland und Sissy Spacek zeigen soweit eine gute, wenn auch nicht herausragende, Darstellerische Leistung. Und auch die junge Hauptdarstellerin Rachel Hurt-Wood passt sich dem Schauspielerischem Mittelmass an – ebenso wie auch James D´Arcy.

Im Endeffekt ist „Der Fluch der Betsy Bell“ zwar ein netter Gruselfilm, welcher sich im Amerika des frühen 19. Jahrhunderts ansiedelt, mehr aber auch nicht. Auch die angeblich wahre Begebenheit des ganzen macht die Sache nicht wirklich spannender. Obgleich die Geschichte zwar aufgeklärt wird, weißt sie doch einige gravierenden Lücken (was hat der Wolf da zu suchen?) auf. Wer jedoch keine allzu großen Ansprüche an einen Gruselfilm stellt, ist hiermit bestens bedient.

Details
Ähnliche Filme