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Sie könnten alle noch leben, wenn sie nicht von vornherein so mächtig dämlich gehandelt hätten. Zu dem Schluss gelangt man unweigerlich bei dem billig produzierten Slasher „Fear Factory“, der keine Dummheit der Protagonisten auslässt, damit der schematische Ablauf so einigermaßen eingehalten wird.
So richtig ansprechend gestaltet sich das nicht.

Das unlogische Handeln des sechsköpfigen Teams rund um Jay (Tara Reid) beginnt bereits nach einem Autounfall. Anstatt das Fahrzeug mit vereinten Kräften wieder auf die Räder zu bringen, latschen sie durch den Wald und dringen widerrechtlich in ein abgelegenes Labor ein, aus dem sie nicht mehr heraus kommen.
Denn hier haust neben durchgeknallten Ärzten auch ein Psycho-Killer im Komazustand, der die Gedanken der Teens steuern kann, sobald jemand kurzfristig eingeschlafen ist.
So murksen sich die Typen größtenteils gegenseitig ab.

Mal abgesehen vom fehlenden Sympathieträger, weil wirklich alle zu stoffelig handeln, mangelt es dem Geschehen deutlich an Tempo und Abwechslung.
Die Schockmomente sind rar, - ein Geräusch, allgemeines Aufschrecken und sich weiter mit Taschenlampe durch die kargen Gänge bewegen. Das geht eine Zeit lang gut, auf Dauer ermüdet das.
Einzig der Anblick des kahlköpfigen Killers im Komazustand, der in einem durchsichtigen Kasten an Drähten und Steuerungselementen auf einem Stuhl sitzend verbunden ist, wirkt beängstigend, zumal er ab und an zuckt und Bewegungen unter den geschlossenen Augenlieder zu bemerken sind.

Aber anstatt den Typen einfach kalt zu machen (die Heldin hat sich im Labor über dessen Vergangenheit informiert und weiß grob über die Experimente Bescheid), experimentieren sie noch innerhalb der Gruppe, was folgerichtig nach hinten losgeht, spätestens wenn sich die betroffene Person im besessenen Zustand die eigene Zunge abbeißt (so ziemlich die einzigen Splattermomente).
Ansonsten herrscht arger Mangel an Konfrontationen, zulange fuchtelt man in den Gängen herum, probiert Luftschächte aus, prokelt am Generator herum, spult Dokumentations-Tapes vor und zurück und begibt sich zum Psycho in den Kasten, weil einer der Freunde gerade mit einer Axt auf sie los ging, - in aller Seelenruhe, wohlgemerkt.

Das Ableben der Eingeschlossenen gestaltet sich ebenso unspektakulär, da wird in den Rücken gestochen, ein Genick gebrochen und mit einer Plastiktüte erstickt, nichts Ideenreiches also.
Erst zuletzt, als der Psycho-Killer doch noch wach wird, kann das Interesse des mittlerweile ermüdeten Zusehers kurzfristig noch einmal erweckt werden und für kurze Zeit kommt ein wenig Tempo ins Spiel.
Leider belässt man es nicht beim scheinbar finalen Höhepunkt und setzt noch ein paar Minuten drauf, um in einen vorhersehbar müden Abschlussgag zu münden.

Alles in allem also ein recht müder Slasher, der weder durch Kulisse, noch Score oder markante Darsteller punkten kann, auch wenn Tara Reid hier sicher am ehesten Qualitäten mitbringt.
Die Idee mit dem Incubus, dem Dämon, der für Alpträume zuständig ist, verkommt zu ganz vager Theorie, der Killer erhebt sich viel zu spät aus seinem komatösen Zustand und wirklich fesselnd gerät das Treiben im verlassenen Groß-Labor zu keiner Zeit.
Einfältiges Script, einfältiges Treiben, einfältiger Slasher.
Knapp
4 von 10

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