Wacka, der zieht rein. Endlich mal wieder ein Meisterwerk an filmerischem Vergnügen, bei dem man in keiner Sekunde sich entspannend zurücklehnen kann. Hier brauchst Du volle Aufmerksamkeit, von der ersten bis zur letzten Szene - und darüber hinaus. "Memento" beschäftigt Dich noch lange nach Ende des Filmes, denn wenn Du ihn zum ersten Mal gesehen hast, bleiben viele Fragen offen und Du suchst weiter nach möglichen Erklärungen.
Um es vorneweg zu nehmen: DIE ultimative Lösung gibt es nicht. Mehrere Alternativen sind plausibel und denkbar, für verschiedene Lösungen stehen verschiedene Erklärungen parat. Sowohl hier in der ofdb wie auch in den weiten des Internets wirst Du zahlreiche Informationen erhalten, die Dir weitere Denkansätze liefern.
Zur Story gibt es nicht viel zu sagen, denn Sinn und Zweck von "Memento" ist es, ebendiese herauszufinden. Christopher Nolan hat hier sicherlich sein Meisterwerk erschaffen und beweist, daß er noch mehr kann als "Batman" oder "Insomnia". Guy Pearce liefert ebenso eine oscarreife Leistung wie sein Counterpart Joe Pantoliano. Die beiden eher unbekannten Gesichter passen perfekt zu diesem Film und lassen die Charaktere an sich in den Hintergrund treten zugunsten der verstörenden und fordernden Handlung.
In jeder Szene treten Fragen auf, die von der nächsten beantwortet wird - und gleichzeitig tauchen wieder neue Fragezeichen auf. Dieser ewige Kreislauf macht "Memento" zu einem anspruchsvollen Epos, das man erst einmal verdauen muß.
Auf der DVD ist zusätzlich ein Feature enthalten, das den Film in der "richtigen" Reihenfolge zeigt. Hast Du den Film auf DVD lege ich Dir dringend nahe, das zu tun - denn selbst hier klären sich viele Dinge erst ganz "zuletzt", überraschen neue Dinge - und neue Fragen kommen auf. Viele Szenen enthalten übrigens für Sekundenbruchteile auflösende Bilder, die man erst nach wiederholtem Ansehen entdeckt und am besten jeweils im Slow-Modus gründlicher erforschen sollte (Paradebeispiel: das Aufblitzen von Lenny im Rollstuhl als Sammy in der Klinik, nachdem der Mann vor der Kamera vorbeiläuft).
Gratulation an Nolan und ein dickes Dankeschön für einen endlich mal wieder richtig guten Film, der volle 10 von 10 Punkten verdient hat.