Verglichen mit Fight Club oder auch Matrix, die beide ein Jahr zuvor erschienen waren, gibt es nicht so viel Action, aber ebenso den Versuch, den Zuschauer aus seiner gewohnten Realität zu reißen.
Das funktioniert gar nicht schlecht, da man sich langsam selbst fragt, ob das alles echt ist, um einen rum. Ob die eigenen Erinnerungen echt sind, wofür es Beweise gibt (in Anlehnung an Blade Runner), und ob und inwieweit man mehr seinen Instinkten statt dem Verstand vertrauen sollte.
Memento hat eine gute Mischung aus verschachtelten Gedanken und deutlichen Empfindungen. Immer wieder gerät der Protagonist in peinliche Situationen, kennt sich nicht aus, versucht seine Ängste zu verbergen. Das wirkt sehr ehrlich und geht einem nahe. Christopher Nolan (Batman Begins, Dark Knight) ist dafür eine Ideal-Besetzung.
In OFDb immerhin Platz 51 (IMDb: 27), das kommt mir übertrieben vor. Ja, die Peinlichkeiten gehen einem nahe, aber das Ende ist unbefriedigend, die Verschachtelung bzw. Rückwärtserzählung letztendlich eine Modeerscheinung. Das Production Design entspricht dem geringen Budget, weder Kamera noch Effekte sind sonderlich interessant.