Astrid Lindgrens Buch "Die Brüder Löwenherz" ist sicherlich eines ihrer kontroversesten, weniger wegen des Fantasy-Inhalts, sondern vielmehr aufgrund des Umgangs mit dem Tod, ein heikles Thema sicherlich für Eltern und Kinder, wenn man bedenkt, daß das Buch offensichtlich mit einem freiwilligen Selbstmord endet.
Abgesehen davon, ist die Story von den Brüdern Karl und Jonathan, die nach ihrem Tod in das Land Nangijala kommen, wo sie einen bösen Tyrannen bekämpfen, recht konventionell, wenn die Botschaft, daß auch im Jenseits, wo man immer Abenteuer erleben kann, nicht alles eitel Sonnenschein ist und das Leben auch hier einmal endet.
Positiv ist sicherlich zu bewerten, daß die Produktion zwei recht begabte Jungdarsteller haben, die das Zeug zu mehr hatten. Allerdings ist gerade dieses Aushängeschild Lindgrenscher Dichtung enttäuschend hölzern inszeniert. Nach dem Auftakt in der wirklichen Welt, verlegt sich die Handlung bald in das Kirschblütental Nangijalas, wo die Brüder in eine mittelalterliche Ritterwelt geraten und die Idylle bald bedroht wird.
Leider ist Regisseur Olle Hellbom, sonst ein Stammregisseur für Lindgrenverfilmungen hier die Qualität abhanden gekommen, denn das Leben in Nangijala wirkt stark gekünstelt und steril. Ausstattungstechnisch gibt das alles wenig her und es scheint alles so bieder, daß sich selbst die Darsteller endlich einen Feind wünschen. Zu Tode geritten wird das alles in Kürze durch einen sich ständig wiederholendenden Synthi-Soundtrack der schmalsten Sorte, der so ziemlich jede der Szenen untermalt. Die wiederum sind lieblos und eckig aneinandergereht, ohne Sinn für Kontinuität oder Spannungssteigerung. Der zentrale Konflikt bleibt dubios, die Motivation des Bösen erschöpft sich in seiner Existenz, weswegen Tyrann Tengil auch nicht ein Wort sagen darf. So mangelt es dann auch an Pathos und Besonderheit, ja überhaupt an Interesse, wenn die Geknechteten schließlich zur Gegenwehr greifen. Auf dem Schlachtfeld bleibt dann wieder alles schön zimperlich, weil man weder alles noch gar nichts wollte und konzentriert sich zum Schluß auf den Drachen Katla.
Leider sind jedoch die Spezialeffekte das Schwächste am Film. Einfrierende Bilder, schlechte Schnitte, viel zu gut erkennbare Modelle und leider ein Drache, der auch aus der Augsburger Puppenkiste stammen könnte und deswegen nur für einen albernen Höhepunkt sorgt. Das fällt jedoch kaum noch auf, da der Erzählfluß eh wegen zu langer Einstellungen, in denen fast nichts geschieht stark gehemmt wird.
Bleibt also nur die Vorlage, die noch an allen Ecken und Ende in vollendeter Qualität hervorlugt, wenn man sich auch eine Umsetzung a la "Ronja" gewünscht hätte. Aber das ist nicht der erste Film, der seinen Anspruch optisch nicht umsetzen konnte. Trotzdem noch brauchbarer Durchschnitt, wenn auch mit Längen.
Everybody's remaking today - why not this one? (5/10)