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Insgesamt viermal arbeiteten Hauptdarsteller Jeff Wincott und Regisseur Damian Lee zusammen und " Knock Out " ist dabei eindeutig ihre beste Zusammenarbeit. Lee war noch nie ein Könner als Regisseur, das sieht man an Filmen wie " Terminal Rush " oder dem noch schlechteren " Jungle Law ". Hier gibt er sich sichtlich mehr Mühe und hangelt sich hiermit immerhin auf den Durchschnitt. Lee schrieb auch das Drehbuch. Aber auch Wincott hatte seine besten Zeiten schon hinter sich, denn " Last Man Standing " war sein letzter guter Film im B-Actionbereich. Aber er ist nicht wie andere B-Stars von der Bildfläche verschwunden, sondern schreitet mit Nebenrollen in A-Movies oder Serien durchs Leben.

Für den kampferprobten Professor John Stoneman (Jeff Wincott) ist das Leben gerade in den herrlichsten Zügen, denn seine Frau erwartet ein Baby. Leider ahnt er nichts von den Plänen des größenwahnsinnigen Armstrong (Richard Fitzpatrick). Der hat einen eigenen Pay-TV Sender auf dem sich Kämpfer gegenseitig umbringen. Dafür schickt er seine Mannen durch die Welt, um die besten Kämpfer zu kidnappen und durch einen Fernsehbeitrag werden sie auch auf Stoneman aufmerksam. Er allein schlug eine Bande Kriminelle in die Flucht, die seine Frau töten wollten. Kurzerhand wird Stoneman samt seinem Schüler Jason Samuels (Joseph Di Mambro) entführt. In einer Art Knast muss Stoneman nun um sein Leben kämpfen, bis er bald dem bisher unbesiegten Darcona (Sven-Ole Thorsen) gegenüber steht.

Gleich zu Beginn fällt auf jeden Fall der tolle Score sehr positiv auf, ganz besonders die Titelmelodie und auch während des Films werden ganze Songs gespielt. Man könnte so fast meinen, man wäre in einem 80er Jahre Film gelandet, auch wenn dem leider nicht so ist. Aber Ken Greer hat hier wirklich gute Arbeit geleistet mit seinen Sounds, die den Sci-Fi-Actioner stark aufwerten.
Der Film selbst will uns vorgaukeln, dass wir uns im Jahre 2039 befinden. Aber davon sieht man sehr wenig. Die Stadt selbst sieht noch genauso aus wie in den 90er Jahren, genauso die Autos. Nur der Knast in den Weiten der Antarktis hat etwas futuristisches an sich. Bei den vielen Landschaftsaufnahmen schnappt Lee sogar einige tolle Bilder auf. Leider sieht so nicht die Antarktis aus und selbst beim Schnee handelt es sich eindeutig um Kunstschnee.

Ein klarer Störfaktor sind auch diese Moralpredigten gegen Gewalt. Wir befinden uns hier in einem B-Actioner, der den Zuschauer gerade durch die Fights unterhalten soll. Dazu passt eine Lehrerrolle überhaupt nicht zu Wincott, obendrein setzt man dem armen Kerl noch eine Brille auf. Ein Professor der selbst gegen jede Form von Gewalt predigt, aber doch ziemlich schnell am austeilen ist. Diese pazifistische Ader des Films ist einfach nur störend, wir wissen doch alle es geht darum ordentlich Prügel auszuteilen, darauf ist auch die ganze Story ausgelegt.
Die Tatsache mit dem Pay-TV Sender hat aber etwas für sich, nur müssen die reichen Abonennten hier eine Million Dollar im Monat hinblättern, dafür bekommen sie durchgängig Gladiatorenkämpfe serviert.

Der wahnsinnige Mogul Armstrong lässt die unwissenden Kämpfer überall auf der Welt kidnappen, so auch Stoneman. Die kämpfer werden in einer Knast festgehalten. Das Entkommen ist so ziemlich unmöglich, denn der Knast ist abgelegen, drum herum gibt es nur die Eiswüste, man würde qualvoll erfrieren. Dieses Detail macht sich Armstrong zu Nutze, außerdem erpresst er die Kämpfer, wenn sie wie Stoneman nicht töten wollen. Hier kommt wieder das uralte Klischee der Frauentführung zustande, sogar die übliche Gefängnisvergewaltigung durch den Hünen Dracona ist gegeben.

Die Action spiegelt sich zu hundert Prozent in Kämpfen wieder. Die Choreographien reichen von mäßig bis gut, herausragend ist hier leider kein Kampf. Aber Wincott ist trotzdem in seinem Element und Lee sorgt oft genug dafür, dass der Zuschauer seinen stahlharten, muskelbepackten Body zu sehen bekommt. Die Kämpfe gestalten sich als unterschiedlich, da es verschiedene Disziplinen gibt. Einmal wird draußen im Schnee gekämpft, in der Arena mit elektrisch geladenem Zaun inklusive Kampfstöcke, oder in einer Art Gang mit explosiven Bändern am Handgelenk, welche man nur mit einer Karte entschärfen kann, welche sich am Ende des Ganges befindet, natürlich gibt es nur eine Karte. Der Verlierer wird also in die Luft gesprengt. Wincott darf sich also ausgiebig prügeln, zeigt dabei die ganze Palette seines Könnens.

Bei den Darstellern gibt es keine Totalausfälle zu vermelden, alles spielt sich auf durchschnittlichem Niveau ab. Jeff Wincott kann auch hier überzeugen, wenn er nicht gerade auf der Antigewaltswelle schwebt. Mit Richard Fitzpatrick hat man einen Schurken, den man hassen muss. Es geht mal wieder nur ums liebe Geld, aber die Art wie er seinen Größenwahnsinn verkörpert, ist schon beachtlich. Als unbesiegbarer Fiesling Darcona lässt man den Hünen Sven-Ole Thorsen los, welcher auch gut in diese Rolle passt.

Sci-Fi-Actioner von der Stange mit knappem Budget, ein paar netten Einfällen und vielen Fights, wobei die richtigen Höhepunkte fehlen. Einmal ansehen reicht völlig, selbst das ist absolut kein Muss.

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