Diese Produktion der American International Pictures aus dem Jahre 1963 ist nach „Der Rabe“ eine weitere (Gothic-)Horror-Komödie, die mit der Startbesetzung Vincent Price, Peter Lorre und Boris Karloff aufwartet und sogar noch um die Teilnahme Basil Rathbones („Sherlock Holmes“) erweitert wurde. Mit der Regie wurde diesmal aber nicht Roger Corman, der sich mit zahlreichen Edgar-Allan-Poe-Verfilmungen für AIP einen guten Namen machte, sondern Jacques Tourneur, der zuvor schon Filme wie „Katzenmenschen“, „Ich folgte einem Zombie“ oder „Der Fluch des Dämonen“ drehte, beauftragt. Sind es wirklich die Kulissen aus Cormans „Lebendig begraben“, die hier zweitverwertet wurden? Wie dem auch sei, „Ruhe Sanft GmbH“ ist eine absolut eigenständige, rabenschwarze Komödie, die von seinem genialen Humor voller Slapstick, Situationskomik und „Running Gags“ ebenso getragen wird wie von seinem Schauspielerensemble. Vincent Price brilliert in seiner Rolle als zynischer Bestatter Trumbull, der wegen permanenten Geldmangels gezwungen ist, möglichst ökonomisch zu wirtschaften, ein Alkoholproblem hat und zudem unglücklich verheiratet ist. Alleine die bitterbösen Dialoge, die er sich mit seiner Frau Amaryllis (Joyce Jameson) liefert, die sich für eine verhinderte Opernsängerin hält, sind köstlich und die Sichtung dieses Films wert. Ihm zur Seite steht Peter Lorre als bemitleidenswerter Gehilfe Felix, der ebenfalls voll in seiner Rolle aufgeht, zusammen geben beide ein herrlich schrulliges Paar ab. Boris Karloff als Trumbulls seniler Schwiegervater beweist einmal mehr Humor, indem er sich nur durch Hilfe seiner Tochter der Vergiftungsversuche Trumbulls erwehren kann, eigentlich aber nicht mehr viel mitbekommt. Basil Rathbones als Trumbulls Gläubiger und viel zu lang lebender Totgesagter bekam wahnwitzige Auftritte voller Overacting auf den Leib geschneidert, in denen er fleißig Shakespeare zitieren und sich Duelle mit seinen Totengräbern liefern darf. Obwohl es sich um eine US-Produktion handelt, geriet „Ruhe sanft GmbH“ so typisch britisch, dass es die reinste Freude ist. Die Komik hat in den all den Jahren nichts von ihrer Wirkung eingebüßt; man könnte den Antihelden stundenlang dabei zusehen, wie sie sich ihre Situation immer mehr zuspitzt und schlichtweg gemäß „Murphy’s Law“ alles schief geht, was schief gehen kann. Dabei sind diese Charaktere so drollig, dass man trotzdem mit ihnen mitfiebert und -leidet. Klar, einige Scherze sind vielleicht etwas sehr albern, aber die Gagdichte ist doch enorm. Mir scheint, dass „Ruhe sanft GmbH“ unverständlicherweise etwas in Vergessenheit geraten ist und hinter populäreren Titeln wie „Der Rabe“ zurückstecken muss. Doch wer auch nur im Entferntesten etwas mit den Hauptdarstellern, der Produktionsfirma und ihren anderen Veröffentlichungen der Dekade oder einfach erfrischenden Komödien, die man heutzutage zwischen all dem „Romantic Comedy“-Kitsch oder platten Parodien mit der Lupe suchen muss, anzufangen weiß, muss ihn mindestens einmal gesehen haben! Und, wer weiß, vielleicht ist er ja näher an der Realität der Bestattungsbranche, als man denkt...