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Sugar Hill, die smarte Black Lady, ist erfüllt von Hass und Rachegelüsten. Seit ihr Freund von Gangstern brutal ermordet wurde, kennt sie keine anderen Gedanken mehr. Mit Hilfe von Mama, einer alten Voodoo-Zauberin, ruft sie Baron Samedi, der die Toten beschwören kann. Sugar wird im Tausch gegen ihr schwarzes Fleisch die Herrin einer Zombiearmee um ihren Rachefeldzug zu führen. Mit Hilfe der Untoten lässt sie den Mördern ihres Freundes keine ruhige Minute mehr. Sie sollen den Schmerz erfahren, den ihr Freund erleiden musste: blutige und gnadenlose Gewalt bis auf die Knochen!

Manchmal muß man dem Fernsehsender Tele 5 für ihre Filmreihe "die schlechtesten Filme aller Zeiten" regelrecht dankbar sein, denn so kommt man oft in den Genuß obskurer Streifen, die sonst wohl nie wieder in der Glotze laufen würden. Letzten Freitag traf es den Blaxploitation-Horror-Rache-Heuler über schwarze Zombies und dem allgegenwärtigen karibischen Voodoo Kult.
Wirklich fesseln kann die Geschichte allerdings nicht, im wesentlichen arbeitet die gute Sugar Hill eine Todesliste ab. Einer nach dem anderen der Mordgang wird dabei in zehn Minuten Episoden ins jenseits befördert bis sich am Ende natürlich der Chefschurke und unsere Rachefurie gegenüberstehen. Wirkliche Inspiration sucht man vergebens, aber wenigstens sind die Tötungsvarianten recht abwechlungsreich, wenn auch ziemlich unblutig ausgefallen. Einen wirklichen Horrorfetzer darf man trotz der auftretenden Untoten aber nicht erwarten.
Im Grunde sind diese sogar relativ nutzlos. Sie bewegen sich im Romero geprägten Schneckentempo Stil und sind meist nur hilfreich, wenn es darum geht einen Bad Guy über den Zaun in ein Schweinegatter zu hieven, wo dieser dann gefressen wird. Spaßiger fand ich da eher den ethnologischen Lernaspekt, das Tote auf Haiti in maximal 10cm tiefer loser Erde bestattet werden und Zombies dort silbrig glänzende halbierte Tischtennisbälle als Augen haben, man lernt nie aus. rashfreunde werden jedenfalls eine gesunde Portion Spaß hiermit haben.
Ebenso bleiben die Fragen offen warum sich Pam Grier hier Merky Bey nennt, ein frankophiler Totenpriester mit der Synchro von Samuel L. Jackson daherkommt und wie es Miss Hill schafft in jeder Szene eine neue Frisur zu präsentieren (klingt dämlich, ist aber wirklich so). Ein echter Quell des Spaßes. Die Darsteller sind auch eher der schwächeren Ecke zuzuordnen, aber ich finde das paßt sogar besser zum Film als Gesamtkonstrukt. So ist ein recht einfacher Film, ohne großes Budget, aber mit einem gewissen kindlichen Charme. Sicher kein großes Kino, aber im Grunde hab ich mich prima amüsiert, wer aber auf ernsthafte Spannung oder Horror aus ist, wird wohl weniger Freude daran haben.
5/10

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