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Hugh Grant spielt den Moderatoren der Casting-Show "American Dreamz", die sich immer größerer Beliebtheit erfreut, sodass sogar der Präsident, gespielt von Dennis Quaid, auf Drängen seines Beraters, gespielt von Willem Dafoe, als Gastjuror teilnimmt. Neben der bildhübschen Sally, die eine Affäre mit Grant beginnt, kommt jedoch ein junger Emmigrant ins Finale, der von seinen Landsmännern erpresst wird, den Präsidenten vor laufender Kamera zu töten.

Nachdem er mit "American Pie" eine der besten Teenie-Komödien aller Zeiten in Szene setzte und die Gefühlswelt seiner Hauptfiguren hervorragend darstellte und anschließend mit "About a Boy" erneut eine sehr starke und vielschichtige Komödie lieferte und mit "Reine Chefsache" wenigstens eine achtbare Komödie inszenierte, wollte Paul Weitz erneut eine etwas andere Komödie auf die Leinwandbringen und entschied sich in diesem Fall für eine Satire. Offensichtlich wusste der Komödien-Experte aber nicht, was genau er nun aufs Korn nehmen wollte und wählte so einfach mal die gesamte Unterhaltungsindustrie, den Präsidenten und Terroristen aus dem nahen Osten. Erstaunlich ist dabei, dass "American Dreamz" dennoch bestens unterhält und trotz der prallen Handlung bei gerade einmal 107 Minuten Laufzeit sehr bissig geworden ist und sich nicht im riesigen Handlungskonstrukt verheddert.

Die Idee mit dem vollkommen demotivierten und leicht depressiven Präsidenten ist sehr lustig geworden, auch wenn der Biss teilweise fehlt, weil Weitz es zu sehr übertreibt. Im Endeffekt ist es hier vor allem der starke Dennis Quaid der die Rolle des Präsidenten hervorragend und überaus komisch auf die Leinwand bringt, der diesen Handlungsstrang rettet. Darüber hinaus ist die Idee mit dem engsten Berater, der übrigens hervorragend von Willem Dafoe gespielt wird, ebenfalls gut und die Art, wie er den Präsidenten komplett instrumentalisiert hat sicherlich eine Menge Zündstoff. Die Kritik am Präsidenten selbst ist relativ dreist, wenn auch stellenweise ungerechtfertigt, unterhält aber auch prächtig.

Der Handlungsstrang um die Sendung, ihre Kandidaten und den zynischen Moderator ist ebenfalls gut gelungen, auch wenn hier die typischen Klischees von Medien-Satiren aufgegriffen werden. Das Klischee des quotengeilen Moderators, der wirklich alles für ein paar Zuschauer mehr tun würde ist zwar alt, funktioniert aber recht gut, da Hugh Grant, der ja schon in "About a Boy" an seinem Zynismus arbeiten durfte, einige Lacher und den nötigen Zündstoff liefert. Vor allem bei diesem Handlungsstrang gibt es viele Nebenhandlungen, um die beiden Final-Kandidaten. Mandy Moore überzeugt dabei als gewissenlose Jugendliche, die ihren Freund, einen Kriegsveteranen nur ausnutzt, um mehr Anrufe zu bekommen. Die Nebenhandlung um Sam Golzari, der ein Attentat auf den Präsidenten verüben soll ist dabei ebenfalls sehr gut gemacht, wobei das Thema Terrorismus auch hier sehr sarkastisch angegangen, aber auch nicht weitergehend behandelt wird.

Man merkt deutlich, wie alle Handlungsstränge auf das Finale der Show zulaufen und so steigt allmählich die Spannung, was wohl vor der laufenden Kamera passieren wird, wenn die Stränge schließlich aufeinander treffen, denn vorhersehbar ist der Film überhaupt nicht. Der Showdown ist witzig, spannend und rundum unterhaltsam und kann voll und ganz überzeugen, auch wenn das Ende ein bisschen zu unrealistisch und überdramatisiert ausgefallen ist.

Paul Weitz leistet bei der Inszenierung wirklich gute Arbeit und behält in seinem großen Handlungskonstrukt die ganze Zeit über die Übersicht und verliert sich nicht auf Nebenschauplätzen. Damit erzeugt er keinen Leerlauf und liefert damit erstklassige Unterhaltung. Weitz setzt seine Darsteller perfekt in Szene und timt die Gags sehr gut. Die Filmmusik ist ebenfalls passend und die Auftritte in der Sendung sind gut gesungen und choreographiert. Im Prinzip gibt es nichts an Weitz` Arbeit auszusetzen, vielleicht bis auf das übertriebene Ende.

Fazit:
"American Dreamz" ist eine sehenswerte und enorm unterhaltsame Satire, die sich vielleicht ein bisschen zu viel vorgenommen hat und versucht den Präsidenten, den Terrorismus und die Medien auf einmal aufs Korn zu nehmen. Wegen der guten Regie und der hervorragenden Darsteller ist der Film dennoch bissig und amüsant und liefert auf jeden Fall Zündstoff.

84%

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