Das John Wayne ein erstklassiger Schauspieler war, daran hab ich nie gezweifelt. Leider zeigten seine Filme dies nicht in Gänze. Nur wenige Filme verdeutlichten sein Potential ausgiebig „Island in the Sky“, wie der Film im Original heißt, zählt auf jeden Fall zu einem von ihnen.
Transportflieger Dooley und seine Crew kommt mit seiner Maschine in ein schreckliches Unwetter. Sie müssen Notlanden und können nicht wieder starten. Allein in unerforschtem Gebiet setzen sie einen Notruf ab und hoffen verzweifelt auf Hilfe, denn die Vorräte reichen nicht sehr lang und die Eisige Kälte ist auf die Dauer tödlich. Daheim setzen die Fliegerkollegen alles daran, ihre Kameraden wieder zu finden, doch wird es ihnen gelingen Dooley und seine Crew in dem riesigen unerforschten Gebiet zu finden. Die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen beginnt.
Filmhistoriker Leonard Maltin berichtet in einem Vorwort auf der DVD davon, dass der Film in den Archiven verstaubte und ihn keiner mehr so recht kennt. Es verwundert, ist er doch eines der einprägsamsten Fliegerfilme der damaligen Zeit, in dem man ganz ungewöhnlich das reale Drama eines solchen Absturzes porträtiert.
Schön, das der Film nun nicht mehr nur ein Schattendasein fristen muss und uns Fans wieder frei zugänglich ist. Mir gefällt er sogar noch besser als „The High and the Mighty“ („Es wird immer wieder Tag“), zeigt John Wayne hier doch eine Darstellerische Darbietung, wie ich sie noch nicht von ihm kenne. In seinem Gesicht spiegelt sich in mehr als nur einer Szene, die Not und Verzweiflung in der er sich befindet. Oscarreif, was er da zum Besten gibt. „Island in the Sky“ schildert wirklich sehr überzeugend und ohne ausschmückenden, überdramatischen oder sonderlich heroischen Schnick-Schnack, wie er damals üblich war, die Dramatik einer Strandung in einer verlassenen Eiswüste. Ohne Aussicht auf rechtzeitige Rettung versucht man so lang wie möglich zu überleben und ja keinen Fehler zu machen. Doch bei dieser Kälte ist man bald nicht mehr Herr seiner Sinne und so kommt es zu folgenschweren dramatischen Ereignissen. Alles glaubwürdig und auch unterhaltsam inszeniert von Regisseur William A. Wellman, mit dem der Duke ja ein Jahr später auch „The High and the Mighty“ drehte. In herrlichem Schwarz/Weiß gehalten verfolgt man gebannt den Ereignissen und fiebert bis zum Schluss mit. Dabei verfolgt man nicht nur das Geschehen der Gestrandeten, sondern auch die verzweifelten Bemühungen der Kollegen, ihre Kameraden zu retten. Zu den Darstellern hier zählt auch James Arness, der hier wohl als das Monster aus „The Thing“ (1951) am bekanntesten sein wird und der später mit der Serie „Gunsmoke“, bei uns „Rauchende Colts“, zum Topstar wurde. Ihm hier zuzusehen ist echt eine Schau und es sind die Szenen in den Rettungsfliegern, die das dramatische Geschehen auflockern und etwas Witz in die Sache bringen.
Am Ende ist „Das letzte Signal“ eines von John Waynes besten Filmen. Ein Fliegerfilm, wie er fesselnder nicht sein kann. Für Wayne Fans ein Muss und auch für Klassiker Liebhaber ein Film an dem man nicht vorbeikommt. Hier stimmt einfach alles.