Review

He (Wellman) had a metal plate in his head [from World War I] and he’d go around belting all these big, tough guys, and they’d be afraid to hit him back for fear they’d kill him. Wild Bill Wellman, a wonderful old guy. A fine director. Didn’t delve into character as much as some.(...) I’ll tell you the difference between directors: Hawks has tremendous patience with people. Ford won’t hire you unless he knows he can get it out of you. Wellman figures you’re a pro and doesn’t bother you as an actor. If you don’t deliver, he’ll simply cut the part down. It’s that easy.

~ John Wayne

I was apprehensive, when I first met him, about what he might discuss politically. But of course . . . he never brought up anything. He never embarrassed me, he never inflicted his own thinking onto me, he never backed me against a wall and made me feel uncomfortable.

~ Lauren Bacall

They (Wayne & Wellman) were so much fun together. They were like two college boys, patting each other on the back, so excited about things. They had similar personalities in terms of their enthusiasm for the movie business. And similar senses of humor.(...) My dad had a darker side than Wayne had. Wayne liked to get along with people; my father, not so much.

~ William Wellman Jr.

Von Warner Bros. Pictures präsentierter Abenteuerfilm mit Starbesetzung vor und hinter der Kamera, in Cinemascope und Warnercolor, entsprechend muskulös in den Farben, mit Orchester und Gesang im Hintergrund. Mitproduziert durch Batjac, also Wayne und Filius selber, der Duke hier als 'alter Chinafahrer', mit dem Ziel Hongkong, insgesamt die Schauplätze 'alte Kitschpostkarten', mit insgesamt verbalen Flüchen und Rassismus, zwei Jahren Gefängnis haben den Mann nicht gebrochen, sondern stärker gemacht, es ist alles arrangiert zur Flucht:

Kapitän Tom Wilder [ John Wayne ], ein amerikanischer Handelsschiffer, wird gefangen genommen, nachdem sein Schiff von den chinesischen Kommunisten beschlagnahmt wurde. Nach zwei Jahren im Gefängnis wird ihm sowohl durch Bestechung als auch durch Verkleidung als sowjetischer Offizier zur Flucht verholfen. Ein großer Chinese bringt Wilder ins Dorf Chiku Shan, ohne zu verraten, warum er aus dem Gefängnis ausgebrochen wurde.

Träumerische ferne Welten werden hier geboten, unberührt scheinende Landschaften, viel Natur und weniger an Zivilisation, ein Abenteuer pur. Wayne versucht sich hier in der Landessprache, es werden allerlei Fähr- und Fuhrmittel ausprobiert, man redet mit sich selber. Viel Zeit für Beobachtungen hatte man die letzte Zeit, viel Zeit für Details und Kleinigkeiten, das Areal erst unwirklich und unwirtlich, die Zeit vergangen und vergänglich, dazu fantasievolle Orte mit ebensolch (ausgedachten) Namen, man wird dafür in einem kleinen Dorf willkommen. "Ein Engel, von Gott gesandt", so ist die Begrüßung, als Wunder wird man bezeichnet, im Studio herum gewandert, von der Bacall geleitet und geführt.

Die 'einheimischen' Darsteller werden alle etwas minimiert, mit Humor ist das aufgelockert, manchmal absichtlich, manchmal unfreiwillig, Frau Bacall erdet das Ganze, der Rest ist viel Dekoration, Ausstattung pur, eine narrative Überraschung auch, ein Weg in die Freiheit wird gesucht. Es steht viel auf dem Spiel, eine große Flucht, ein Massenentkommen, "300 Meilen durch die Hölle", man will China verlassen, heute wäre das ein Politikum. Viel verlangt wird hier, ein Angebot gemacht, ein Hirngespinst, "kein Sonntagsausflug", dazu etwas Schilderung der Umstände, die Menschen nervös, die Inszenierung ruhig. Eine David-gegen-Goliath Geschichte, die Volksrepublik hier noch oder wieder oder schon der Klassenfeind, es wird viel Historie geboten, die Dialoge zwischen dem amerikanischen Mann und der amerikanischen Frau und Monologe mit dem imaginären 'Schätzchen' noch das Meiste an der ersten Vorstellung, der Rest ist die Reise, der Weg ist das Ziel. Wellman, der schon Anspruchsvolleres gedreht hat, ordnet sich hier der Erzählung unter, mischt Naivität und Trivialität, niemals aber Banalität mit ein in die Blood Alley, er sorgt für die entspanntere Einleitung, er verzichtet nicht aufs Kriegsgeschehen.

Ein plötzlicher Überfall bringt das Dorf durcheinander, Soldaten im Hafen, ein Spurt durch die Kulissen, Wayne als Fremder an Ort und Stelle und trotzdem oder deswegen wichtigste Person in der Erzählung, mit abrupten Spannungsmomenten, zuweilen einem Wettlauf gegen die Zeit, einer knappen Frist, die Aufregung steigernd. Bacall, die auch in Der Scharfschütze (1976) an der Seite von Wayne war, ihn dort stützte und unterstützte, dabei als starke Frauenrolle, dazu eine erste Gewalttat, die off-screen bleibt und umso brutaler doch durch die Vorstellung wirkt. "Es war nicht sehr hübsch, aber lautlos.", ein Massaker im Schlafzimmer, ein Vermeiden von sexueller Belästigung. Die kühle Blonde und der etwas propere Mann, Wayne hier nicht mehr in der körperlichen Gestähltheit von noch Hondo (1953), schon etwas an Gewicht zugelegt und insgesamt älter wirkend, beide in der Hauptfunktion des Filmes; ab und an werden in der deutschen Fassung Texte übersetzt, ab und an nicht, zudem verzögert sich die Abreise, allzu eilig hat man es scheinbar nicht, dazwischen wird es mit lauten Humor bis hin zu rauem Klamauk versucht, und den ursprünglichen Plan geändert, zudem gibt es einen Running Gag.

Landkarten werden gezeichnet, Personen mehr als deutlich eingeführt und dennoch mehr als Karikatur denn als Charakter präsentiert, dazu Gedankengänge weitergereicht und etwas Tragik in all der Buntheit platziert. Am ehesten wirken noch die rein handwerklichen, die technischen Szenen, mit viel Statisterie, dicht an dicht gedrängt, dazu erhöhtes Waffenarsenal, "Wozu?" - "Abwarten.", es ist alles vorbereitet, nur der Kapitän spät instruiert. Ebenso, wie zu Beginn des Filmes als Ablenkung ein Feuer (auf einer Bettpritsche) gelegt wurde, wird hier im zweiten Drittel eine Ablenkung durch selbst verursachten Brand geboten, eine im Nebel inszenierte Katastrophe. Wellman, der hier einen durchaus auch kritischen Aspekt hätte ansprechen und sich darauf konzentrieren können, belässt es bei einigen Andeutungen und Verdeutlichungen, es wird das alte Hollywoodkino geboten, die Samstagsmatinee, so ernst zu nehmen wie Die Grünen Teufel (1968), nur nicht so banal und fürchterlich. Einer gibt hier die Befehle und wirft die Blicke, dass ist der Boss selber, alle anderen arbeiten für Ihn und dies auch willentlich, sowohl im als auch hinter dem Film. Mit Aufwand wird dabei durchaus hantiert, dem B-Picture wird aber nicht entkommen, trotz einiger Panoramen und der optischen Gestaltung. Kapitalismus gegen Kommunismus hier, dem Parteibuch soll entronnen werden, es wird mit Mann und Maus gereist, es wird auch differenziert, selten genug, nur mit der Lupe zu sehen.

Die größte Anstrengung wird wahrscheinlich in der Logistik der Produktion, der Koordination gelegen haben, dazu der Dreh auf dem Wasser, kein einfaches Unterfangen, auch dies hinter und im Film. So anmutig die Bilder eingangs und später, so kämpferisch der Rhythmus bald, ein Patrouillenboot am heranrauschen, dann die halbe Flotte an Kanonenbooten auf dem Meer, Zivilisten gegen das Militär. Um Hoffnung wird hier gerungen, zusätzlich gibt es ein Geschlechterkrieg, etwas Zeichen von Propaganda, es wird streng nach 'gut' und 'böse' unterschieden. Eine versuchte Übernahme des Schiffes inmitten eines Sturmes, das Ablaufen aller möglichen Rationen, eine Lebensmittelvergiftung und weitere Gefahren mit nicht bloß Wind und Wetter bringen etwas Spektakel in die Adaption, gegenseitig Ohrfeigen gibt es auch, am Schiffsfriedhof geht's vorbei, samt Kanonensalut, noch die eindrücklichste Szenerie.










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