Review

Cunninghams erster Teil von „Freitag, der 13.“ entstand 1980, dieser Streifen ein Jahr später. So bleibt ihm natürlich nicht der Vorwurf des dreisten Plagiats erspart, den dieser Camp-Slasher auf sich nehmen muss, - und zwar in sämtlichen Belangen.
Der Killer macht nichts, was Jason Vorhees nicht auch tun würde.

Eigentlich wollten ein paar Jugendliche ihrem fiesen Campleiter nur einen Streich spielen, doch dieser gerät in Brand, wird mit schwersten Verbrennungen ins Hospital eingeliefert und nach fünf Jahren entlassen. Er ist also soweit genesen, dass er sich über sämtliche Teens hermachen kann, die sich momentan im Camp vergnügen.

Schön naiv, wie man die Erwartungen an einen furchtbar entstellten Killer in die Höhe treibt. Da unterhalten sich zwei Ärzte, während der eine dem etwas schüchternen einen sensationellen Anblick schmackhaft machen will, den er so schnell nicht vergessen werde (einem Arzt in der Unfallchirurgie!). Was der Zuschauer letztlich sieht, ist ein mit Verbrennungen übersäter Arm. Das entstellte Gesicht des Üblen sieht man hingegen erst in den letzten Minuten. Man bewegt sich mit ihm in der Egoperspektive oder hält auf seine Beine.

Etwas mehr sieht demgegenüber die Nutte, die er direkt nach seiner Entlassung aus dem Hospital besucht. Weil diese bei seinem Anblick aber nicht mehr ans Abkassieren denkt, dreht er ein wenig durch, was sich in Form einer Schere im Bauch des Opfers äußert. Danach ist er erstmal eine ganze Weile zufrieden, denn es folgt das alltägliche Campleben der Hohlbirnenteens, die - wie immer - nur Sex, Spaß und Schwimmen im Kopf haben.
Neben dem Campleiter (Held) gibt es noch dessen Campleiterin, einen fiesen Muskelprotz, den Außenseiter und eine Menge gesichtsloser Stereotypen. Erstaunlicherweise fehlt aber der Quotenschwarze.

Leider hält das inhaltslose Camptreiben mit Albernheiten der durchweg unsympathischen Figuren recht lange an, erst ab Minute 47 wird der Killer wieder aktiv. Leider auch nur in Form einer Heckenschere, die aber zumindest gut geschärft ist, um sie in diverse Hälse zu stecken oder damit Finger abzutrennen. Die FX von Tom Savini sind für dessen Verhältnisse eher mäßig ausgefallen, obgleich der Blutgehalt für einen Durchschnittsslasher okay ist.

Aber alles ein bisschen cheesy mit Lagerfeuerstimmung Marke Achtziger.
Neben zwei nackten Frauenkörpern und dem zumeist nur kurz gezeigten Taten des Killers gibt es kaum Szenen, mit denen man sich intensiver auseinandersetzt.
Entsprechend handelt es sich bei den Darstellern um Durchschnittsgesichter. Lediglich Holly Hunter („Das Piano“) gibt hier ihr Debüt, ist aber unter den vielen Teens kaum auszumachen. Daneben darf Leah Ayres, die in „Bloodsport“ an der Seite van Dammes die Reporterin gab, eine der Hauptrollen bekleiden, - macht dies aber auch nicht sonderlich überzeugend.
Der Cast erfüllt somit allenfalls seinen Zweck, gleiches gilt für den einfach gehaltenen Synthie-Score.

Im Gesamtbild also alles reichlich unspektakulär. Ein Camp-Slasher, wie er typischer kaum ausfallen könnte, mit den üblichen Dumpfbacken als Kanonenfutter, etwas albernem Gelaber und ein paar brauchbaren Kills.
Nur das Ende fällt etwas eindeutiger aus und lässt kaum Raum für eine Fortsetzung. Wobei, - an sich ist nahezu jeder Camp-Slasher eine Fortsetzung. Da macht „Brennende Rache“ zu keiner Zeit eine Ausnahme.
5 von 10

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