Ganz im Fahrwasser von " Freitag der 13. " enstand ein Jahr später " The Burning ", gedreht mit einem sehr geringen Budget von knapp einer Million Dollar. Natürlich erhoffte man sich auf der Erfolgswelle der Freitagfilme mitschwimmen zu können, doch an die Reihe um Jason kam man nicht heran. Dabei muss ich zugeben, dass " The Burning " der Freitagreihe in nichts nachsteht. Inszeniert wurde der Film von Tony Maylam ( Split Second ), welcher auch zusammen mit Produzent Harvey Weinstein das Drehbuch schrieb. Und man gewann sogar F/X Spezialist Tom Savini, um die Morde gekonnt in Szene zu setzen. Das wiederum zog auch die Indizierung nach sich, die man verstehen kann, wenn man sich den Film angesehen hat. Hier empfehle ich natürlich die Dragon DVD, gutes Bild, Ton und völlig uncut. Nachteil: Schweine teuer.
Story:
Das Sommercamp unter der Leitung des sadistischen Aufsehers Cropsy ( Lou David ) ist für die Kids um Todd die Hölle. Eines Nachts spielen sie ihm einen Streich, bei dem Cropsy ungewollt in Flammen aufgeht. Er schwört den Kids grausame Rache.
Fünf Jahre später ist Todd ( Brian Matthews ) selbst Campleiter und die Sommerferien haben begonnen. Keiner weiss, dass Cropsy wieder da ist, um seinen Schwur einzuhalten. Mit einer scharfen Heckenschere beginnt er die Teens blutig abzuschlachten. Todd erkennt die Gefahr erst, als es schon fast zu spät ist.
Besser gut geklaut, als schlecht selbst erfunden, lautet das Motto von Tony Maylam und Harvey Weinstein. Und man hat sehr gut geklaut, eigentlich eher unverständlich, warum " The Burning " einen ziemlich niedrigen Bekanntheitsgrad erwarb. Die Story ist im Grunde genommen fast die Selbe. Hier spielt man einem unbarmherzigen Campleiter einen Streich, welcher sich fünf Jahre später dafür rächt. Dafür lässt er sich aber etwas Zeit und schlägt erst ab der Hälfte des Filmes zu. In der ersten Hälfte bekommen wir den Streich an Cropsy zu sehen und nur einen blutigen Mord. Dann lernen wir die Hauptcharaktere des diesjährigen Camps kennen, welche sich wieder größtenteils an der 08/15 Teenieformel orientieren. Man denkt nur ans B....., reisst dämliche Witze und rennt dem Mörder meist stets in die Arme. Aber Maylem schafft es hier trotz der Vorhersehbarkeit, eine wirklich bedrohliche und unheimliche Atmosphäre aufzubauen. Obwohl man den Killer schon kennt, befindet sich die Spannung auf hohem Niveau, einige Schocks inklusive. Dazu trägt auch die Waldatmosphäre bei, wo sich Cropsy überall verstecken kann, um dann aus dem Hinterhalt zuzuschlagen. Am besten gefallen mir die Bunker, in denen sich das Finale abspielt. Der Score dazu ist klasse und hilft der Spannung ungemein, um auf Touren zu kommen. Kann locker mit der Freitagreihe mithalten.
Dazu hatte man Tom Savini, welcher hier ein weiteres Mal sein Können zeigt. Das Mordwerkzeug ist immer das Selbe, eine scharfe Heckenschere, mit der die Teens wahrlich geschlachtet werden. Dabei hält die Kamera stets voll drauf, wenn Kehlen durchgeschnitten, Hälse durchbohrt, Bäuche aufgeschlitzt, oder Körperteile abgetrennt werden. Das Blut darf ordentlich suppen und über die Qualität der Goreeffekte, braucht man sich bei Savini keine Gedanken machen. Sehr professionel, brutal und explizit, wesentlich deftiger als in " Freitag der 13. ". Außerdem gibt es hier eine ganz tolle Szene, wie sie kein anderer Slasher beinhaltet, nämlich als sich Cropsy aus dem Kanu erhebt und in windeseile vier Teens auf einmal blutig abschlachtet. Gorefans kommen zwar aufgrund des eher niedrigen Bodycounts nicht ganz auf ihre Kosten, aber das Gebotene spricht für sich.
Die Darsteller sind wie üblich bei Filmen dieser Art durchschnittlich. Es gibt keine Edelmimen, aber auch keine Totalausfälle. Leah Ayres als Michelle ist aus " Bloodsport " bekannt und Holly Hunter hat eine kleine Nebenrolle ergattert.
Fazit:
Sehr blutiger und atmosphärisch dichter Slasher aus den Anfängen der 80er Jahre. Die Story orientiert sich an den Freitagfilmen, aber die Spannung ist durch die unheimliche Kulisse und dem Score auf sehr hohem Niveau angesiedelt. Die Goreeffekte sind sehr blutig anzusehen und perfekt in Szene gesetzt. Die Darsteller reichen auf jeden Fall aus.
Horror- und Slasherfans müssen hier zugreifen, von mir gibt es eine glasklare Empfehlung. Licht aus und gruseln !