Es ist ja immer das Selbe: Was macht einen Film interessanter, besser oder halt schlicht sehenswerter als seine vielen Konkurrenten? Wenn dann die vergleichbaren Filme auch noch das selbe Setting sowie generelle Handlung bieten wird das Ganze fast schon zur Glaubensfrage.
Wie hier am Beispiel The Burning, der nie aus dem Schatten des "großen Bruders" Freitag der 13. herraustreten konnte.
Klären wir erst einmal das "Warum?". Das Problem dürfte sicherlich sein, dass der große Bruder in Sachen Spannung und Atmosphäre einfach wesentlich besser rüberkommt. Ganz zu schweigen natürlich durch die andauernde Popularität dank der x-ten (im wahrsten Sinne des Wortes) Fortsetzung
Ein anderes "Warum?": Warum sollte man sich The Burning dann überhaupt zu Gemüte führen, wenn er nichts weiteres als ein kleines Plagiat darstellt? Ganz abgesehen von dem etwas höheren Gore-Pegel gibt es einen definitiven Grund:
Wegen der Camp-Atmosphäre. Jeder mal Jugendreizeiten mitgemacht hat wir sich an den ausgelassenen Spaß, die vielen verrückten Typen und ansonsten an das "Luft, Liebe und gute Laune"-Feeling erinnern. Genau eben solches wird dann im Streifen auch zur Genüge zelebriert. Man kann den Sommer in der ersten Hälfe förmlich auf der Haut spüren und die sicherlich unbedarften Darsteller tragen einiges zum gelingen dieses "campigen" Feelings bei.
Oh, stop. Eigentlich geht es ja in dem Film um den bösen Camp-Aufseher (da ham wirs wieder, das Camp) namens Crosby, der erst gar fürchterlich fackelt, nur um im Anschluss gar fürchterlicher mit seiner Heckenschere unter den rotzigen Bälgern aufzuräumen. Wie praktisch das die sich gerade auf einem Kanu-Trip befinden.
So weit, so Story und das wars. Der Rest wird eigentlich nur von der konstant guten Laune des Filmchens zusammengehalten.
Natürlich verursachen die subjektiven Kameraeinstellungen wieder wohligen Beobachtunsschauer beim Zusehen, aber mehr aus Nostalgie, denn gruselig war das vielleicht mal früher. Viel früher. So in etwa in den 80ern.
Die von Maestro Tom Savini gestalteten Effekte sind dann auch nicht so das Gelbe vom Ei, sorgen aber zumindest für eine annehmbare Härte. So sieht man zwar der falschen Hand ihre Herkunft extrem deutlich an, aber der Effekt rund um abgeschnittene Finger ist dennoch hart anzusehen.
Aber wie schon erwähnt, deutlich mehr als bei einem durchschnittlichen Freitag-Streifen wird dem geneigten Zuschauer dann auch nicht geboten.
Leider verliert The Burning am Ende, wenn der Erzieher und seine Freundin immer mehr Handlungsträger werden, einiges von seinem unbedarften Flair, unterhält aber bis zum Schluss.
Wer von Freitag der 13. nicht genug bekommen kann, aber doch noch einen guten Tacken mehr "Camp"-Feeling braucht, dem sei zu diesem Filmchen geraten!