Review

Lange war ich auf der Suche nach „The Burning“ bzw. ich wollte ihn immer sehen. Jetzt ist er endlich von Dragon völlig ungekürzt, in akzeptabler Bild- und Tonqualität und noch dazu auf DVD erschienen. Also ging ich auf die nächste Börse und erstand mir den Film für schlappe 17 €. Nicht gerade viel in Anbetracht dessen, dass „The Burning“ ja immerhin auf der Liste der beschlagnahmten Filme steht. Dass dies der Fall ist, ist, vorweggenommen, wie immer höchst rätselhaft und nicht nachvollziehbar. Natürlich gibt es die ein oder andere härtere Szene zu bestaunen, aber alles andere als eine Beschlagnahmung ist angebracht.
Dass „The Burning“ aber filmtechnisch für so wenig Aufregung und Aufmerksamkeit gesorgt hat, wundert mich schon etwas. Denn wer die „Freitag der 13.“-Filme mag, und das sind mit Sicherheit schon ein paar, liegt auch mit diesem Werk hier nicht falsch, könnte er ohne Weiteres als weiterer Teil der Reihe gesehen werden, würde nicht ein separater Killer existieren. Der agiert in „The Burning“ mit einer Heckenschere und meuchelt wie immer irgendwelche Teenager, die allesamt auf ein paar Tage Ferien in ein Camp gefahren sind.
Vor Jahren wurde der Killer, einst ein Camp-Aufseher, von ein paar Jugendlichen vermeintlich getötet, als diese ihm einen Denkzettel verpassen wollten, da er recht sadistisch veranlagt war. Der Denkzettel entpuppt sich jedoch unglücklicherweise als Mordversuch. Der Camp-Aufseher fällt ins Koma, überlebt aber.
5 Jahre später nimmt er dann grausame Rache an Jugendlichen, die wie oben erwähnt Erholung an einem Camp suchen. Einer nach dem anderen fällt dem grausamen Killer zum Opfer.
Dass die Story nicht sonderlich vom Hocker reißt, dürfte auch Leuten, denen der Film gefallen hat, wie mir, klar sein. Im Grunde nichts Anderes wie in so vielen Slasherfilmen, insbesondere den „Freitag der 13.“-Filmen. Es sind auch nicht die Morde, aufgrund derer „The Burning“ zum Pflichterlebnis werden, es ist vielmehr die Kurzweile, die geboten wird und für solche Filme alles andere als selbstverständlich ist. Nach 40 Minuten wird sozusagen der erste Mord gezeigt, die Zeit davor wird aber bestens genutzt, um dem Zuschauer die Story langsam, aber dafür umso atmosphärisch dichter aufzutischen. Der Regisseur ging dabei sehr geschickt vor, aber dazu jetzt näher Stellung zu nehmen, würde für diejenigen, die noch vorhaben, sich den Film anzusehen, nicht von Vorteil sein, da sonst ein Großteil der Spannung genommen werden würde.
Die Musikuntermalung und die Kameraeinstellungen können sich auch hören bzw. sehen lassen, sind dies doch weitere Argumente, die die Spannung noch erhöhen. Der Humor spielt jedoch eine weitaus kleinere Rolle als in den zahlreichen anderen Slasherfilmen, was auch nicht von Nachteil ist, da so größtenteils auf lächerliche Szenen verzichtet wird, die dem Film ungewollt Spannung nehmen. Die Schauspieler können für ihre Verhältnisse auch überzeugen und auch die SFX von Tom Savini, wenn auch spärlich gesät, sind in der oberen Liga anzusiedeln.
Alles in allem einer der besseren Slasherfilme, der durchaus mit der „Freitag der 13.“-Reihe mithalten kann, wobei das auch noch von einem absoluten Fan der genannten Reihe stammt. Daher sollte „The Burning“ wirklich von jedem Genrefan gesehen werden, Sammler sollten darüber hinaus unbedingt auf die Dragon DVD zurückgreifen. Kurzweile, durchgehende Spannung und filmtechnisch auf gutem Niveau. 8/10 Punkte

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