Nach dem Erfolg von „Halloween“ kamen ähnlich geartete Slasher in Mode, der Nachzieher „Freitag, der 13te“ war so erfolgreich, dass er weitere ausgesprochen direkte Nachahmer hervorbrachte.
Im gleichen Jahr entstanden wie das offizielle Sequel geht „The Burning“ in die gleiche Richtung, in die auch die weiteren Jason-Filme gehen sollten. Ein missgestalteter Hüne als von vornherein bekannter Übelwicht, in diesem Falle ist es der Campaufseher Cropsy (Lou David), von Natur aus bereits ein böser Mensch, der vollends übers Kuckucksnest fliegt als Jugendliche ihm einen Streich mit einem brennenden Schädel in der Butze spielen und er dabei den Eimer mit hochentzündlichem Inhalt umkippt, der neben seinem Bett steht (Warum? Falls er nachts Durst kriegt?), was zu einem angeschröggelten Cropsy führt.
Cropsy kommt ins Krankenhaus, geht aber nach Genesungszeit stiften und an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo wieder Teens campen. Gefrustet durch den verhängnisvollen Streich macht er sich daran die Artgenossen der Schuldigen von damals zu dezimieren…
Und wie hier dezimiert wird, denn im punkto Gore ist der (übrigens von Weinsteins produzierte) Film kein Kind von Traurigkeit. Was dem Jason seine Machete, das ist dem Cropsy seine Heckenschere, die hier reichlich gory zum Einsatz kommt. Die Mordszenen sind teilweise recht spannend in Szene gesetzt, spielen ganz nett mit der Frage wann genau und von wo der Schlächter wohl auftaucht, wobei man am Ableben der Betroffenen nie ein Zweifel besteht – sexuelle Aktivität, Drogenkonsum und dumme Witze werden fast immer auf dem Fuße mit Exitus geahndet.
Abseits des Teenager-Abschlachtens kann man „The Burning“ leider nicht mehr allzu viele Meriten attestieren, denn die dünne Story dient tatsächlich in erster Linie als Folie dafür möglichst viele Teens in den Aggregatzustand Grütze zu versetzen und über Wald und Wiesen zu verteilen. Das klischeehafte Figureninventar mit dem Bully, den Nerds, dem Girl next Door usw. ist in erster Linie als Metzelmasse da, wird über seine klischeehaften Funktionen nicht weiter charakterisiert und darf auch meist nur Schmu von sich geben, ehe es dann was mit der Schere gibt. Wie egal dem Film seine Figuren sind, das zeigt eine Sequenz, in der Cropsy gleich ein ganzes Boot voller Teens in wenigen Sekunden niedermetzelt, kurz und deftig kreist die Blutwurst, danach sind die Opfer vergessen, während im Slasher ja selten mehr als zwei Leute gleichzeitig dran glauben müssen.
Unsinnigkeiten wie ein klar durchgezogener Mainplot kommen Regisseur Tony Maylam auch nicht in die Tüte, wobei der Film immerhin inszenatorisch den einen oder anderen Drehbuch-Aussetzer kompensieren kann. Die Campatmosphäre hat durchaus etwas für sich, die musikalische Untermalung überraschend gelungen und passagenweise kann Maylam sogar Spannung erzeugen, doch da der Killer von Anfang an feststeht und der Regie die Finesse eines Carpenter oder eines Craven fehlt, bleibt es bei Einzelpassagen. Auch der Showdown ist nur solide Stangenware nach Schema F, mit einem Killer, der immer wieder aufsteht, aber immerhin so entsorgt wird, dass eine Fortsetzung flach fiel.
Darstellerisch bekleckert sich hier keiner mit Ruhm, auch Brian Matthews als nomineller Hauptdarsteller und Mitverantwortlicher des damaligen Streichs kann kaum aus der Masse nerviger Teendarsteller, die nervige Teenrollen spielen, herausragen. Selbst ein paar mehr oder minder bekannte Namen wie Jason Alexander und Holly Hunter spielen hier so vergessenswert, man erinnert sich an ihr Mitwirken nur, da ihre Namen im Abspann stehen.
Freunde blutiger Mordszenen werden hier emsig bedient, wer allerdings meint, dass bei einem Slasher auch Storytelling und Spannungsaufbau wichtig sind, der bleibt etwas ernüchtert. Sicher, recht ordentlich in Szene gesetzt ist „The Burning“, aber wohl allein seine Zensurgeschichte dürfte ihn bekannter als andere 08/15-Slasher gemacht haben.