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Kritik zu "The Burning" von Tony Maylan

Gesehen habe ich die deutsche ungekürzte DVD von Dragon, die ein ganz gutes Bild aufweist, solange es nicht zu dunkel wird, dann kommen ungewollte Nebelschleier wie bei alten Hammerfilmen.

Da möchte man sich mal wieder einen jener beschlagnahmten Slasherfilme der Kategorie "unter-aller-Sau" anschauen, der des Öfteren mit dem unsäglichen "The Prowler" verglichen wird, und macht sich innerlich schon bereit, den Finger im rechten Moment auf den Vorspulknopf zu pressen, doch was ist Das? Dieser Campslasher legt nach einem müden Auftakt richtig los: der unflätige Crosby, Hausverwalter im Camp Blackfoot wird von einigen rachsüchtigen Halbwüchsigen aus versehen abgefackelt - eigentlich ist der Dummbatz selber schuld, aber der Fall kam wohl nie vor Gericht. Immerhin überlebt der Mann, ist aber noch deutlich griesgrämiger geworden und auf Kids nicht allzu gut zu sprechen. In einem neu eröffneten Camp ist Stimmung angesagt - Kinder aller Altersklassen tummeln sich wie die Schweine auf der Schlachtbank. Ein Ausflug der Älteren endet in einer wahren Katastrophe und der Mut des gehänselten Albert ist gefragt. Hausmeister Crosby ist zurück.

Was mir wahnsinnig gut gefallen hat - ich konnte meinen Augen kaum trauen - war die unheimlich lockere Art, wie das Camp-Geschehen dargestellt wurde. Nach "Freitag" wurde in all den Nachfolgern genau das vernachlässigt. Da gab’s immer nur beschissene Witze mieser Darsteller und verklemmte Fummeleien. Klar gibt’s auch hier Sex, der ist aber nicht die Hauptmotivation der aufrecht gehenden Affen. Vielmehr wird auf echte Komik gesetzt und die zwischenmenschliche Problematik der Teenies. SO verdammt gut kann also ein Teenie-Slasher werden! Die Laune ist so topp wie in den besseren Camp-Komödien aus den Achtzigern. Da sorgen bekannte Gesichter wie Fisher Stevens, Jason Alexander und na ja, auch Holly Hunter für prächtige Stimmung und sogar die obligatorische Lagerfeuer-Geschichte mit Fake-Shock ist viel besser rübergebracht als wo anders. Die Splattereffekte stehen gar nicht so im Vordergrund, sind aber größtenteils brillant und daher sehr schockierend, realistischer geht es nicht. Aber ellenlang ausgespielt sind sie nicht, weshalb das Verbot der deutschen Fassung ein Hohn ist. Positiv in Erinnerung bleibt mir zum Beispiel auch die Szene wo Albert am Schluss durch die Gemäuer des alten Camps schleicht - echt atmosphärisch top.
Da sieht man, was man mit richtig sympathischen Jungdarstellern retten kann, da braucht es nicht mal ne Story.
Fazit: ein Klasse-Slasher mit großartigem Unterhaltungswert, nicht verpassen!
Härtegrad: 7von 10
Gesamteindruck: 6 von 10

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