Review
von Leto
Neben "Freitag der 13." sicher ein zu Recht heute als Klassiker geltender Camp-Slasher, bei dem sich Tom Savini mit der gleichen Sorgfalt und Emsigkeit als Effekt-Künstler hervortat, um möglichst realistisch aussehende Mord-Sequenzen auf die Leinwand bzw. den Bildschirm zu bannen.
Die Story gibt - der an dieser Stelle recht niedrigen Erwartungshaltung sei Dank - dem Thema gemäss nicht viel her und somit erwartet man einzig und allein die Morde in Erinnerung zu behalten, nachdem man 91 Minuten den Geschehnissen beigewohnt hat.
Zwar sind die Splatter-Effekte rar gesät aber dafür umso heftiger in ihrer Ansicht zu bewerten und heben Tony Maylams Slasher auch damit aus der Masse heraus.
Zudem gelingt es ihm, die Spannung jenseits der Frage, wer denn nun als nächster dran glauben wird, stets aufrecht und steigerungsfähig zu halten, bis das Finale den Zuschauer erleichtert entlässt.
Ungewöhnlich zudem, dass man die Gruppe der Teenager nicht kreischig und sexgeil als Dauernervtöter darstellt sondern durchaus als Sympathieträger mit - mit Abstrichen vorhandenen- moralischen Bedenken agieren lässt, so dass man als Zuschauer nicht vor dem Bildschirm sitzend insgeheim endlich ein Zuschlagen des Killers herbeisehnt. Aus diesem Zustand entsteht sicherlich auch die Spannung der Inszenierung.
Ein weiteres Novum im 80er-Slasher-Einerlei ist zudem, dass man in "The Burning" das Motiv des bereits zu Anfang bekannten Killers nicht psychologisch zu verschleiern versucht und ihn zudem nicht am Ende in einen Zweikampf mit einem "Final Girl" verstrickt.
Im Gegenteil - das Finale wirkt dadurch beinahe erfrischend anders!
Neben Jason Alexander und Holly Hunter in Nebenrollen sind in der Besetzung keine klangvollen Namen versteckt und gerade das lässt den Cast umso realistischer zusammenspielen - besonders Leah Ayres und Brian Matthews sind der Dreh- und Angelpunkt des Ensembles und tragen den Film gut auf ihren Schultern.
Als erster erfolgreicher Spielfilm der von Harvey und Bob Weinstein 1979 gegründeten Miramax gebührt "The Burning" zudem noch eine besondere Rolle in der Hollywood-Filmgeschichte, der trotz des gewaltigen Produzenten-Egos Regisseur Tony Maylam die Gelegenheit gab, eine tiefe Kerbe ins strapazierte Holz der Camp-Slasher zu schlagen, die auch noch heute gut unterhalten kann und unlängst von Turbine in einer würdigen deutschsprachigen Veröffentlichung das Licht der Welt erblickt hat.