Review

Auch dieser Film hatte bei mir anfängliche Schwierigkeiten, da ich sehr fasziniert von der japanischen Geschichte bin und der Film zu Beginn den Anschein macht als sei man nicht verantwortungsvoll genug damit umgegangen. Es hatte so etwas von ‚Amis die Guten und Japaner die Tyrannen’.

Amerikaner Townsend Harris kommt nach Japan um seine Stelle als US- Botschafter anzutreten. Doch er ist im Land der aufgehenden Sonne nicht willkommen. Offene Ablehnung schlägt ihm ins Gesicht, doch die Japaner können nicht sehr viel machen, denn Townsends Anwesenheit ist vertraglich festgelegt worden. Dennoch setzt Gouverneur Tamura alles daran Harris und seinen Übersetzer Henry Heusken zur Abreise zu bewegen. Doch der US-Botschafter lässt sich nicht beirren. Er hält an seinem Vorhaben fest und bittet um eine Audienz beim Shogun um Handelsbeziehungen mit Amerika aufzubauen.
Tamura schickt daraufhin die Geisha Okichi in sein Haus, um ihm über alles was dort vorgeht genauestens Bericht zu erstatten. Mit der Zeit lernt Okichi Townsend näher kennen und verliebt sich in ihn. Doch die aufkeimenden Gefühle werden jäh gestört, als die Cholera ausbricht. Weite Teile des Dorfes lässt der Amerikaner niederbrennen, der den Kampf gegen die Seuche nicht aufgeben will. Alles scheint verloren und sein Posten als Botschafter enorm in Gefahr. Doch da scheint sich das Blatt zum Guten zu wenden…

Ich hab dem Film eine Chance gegeben, auch auf die Gefahr hin am Ende enttäuscht zu werden, denn ich wollte im Grunde nicht sehen, wie die Amerikaner die Japaner schlecht machen.
Das ist nicht geschehen. Regisseur John Huston inszenierte den Film mit Gespür für Schauwerte und Handlung. Die Geschichte ist sehr gut erzählt und die japanische Kultur wird nicht mit Füßen getreten. Im Gegenteil, scheint sie doch mit viel Respekt gezeigt zu werden und dabei gibt es keine Machosachen, die amerikanische Filme sonst im Übermaß besitzen. Einige wenige solche Dinge gibt es zwar zu sehen, doch die beschränken sich mehr auf John Wayne. Dieser wurde einmal mehr ansprechend in Szene gesetzt, wobei er sogar ganz gut in die Rolle passt und auch in dieses fremde Land. Ihm zur Seite steht Sam Jaffe als sein Dolmetscher Henry Heusken. Jaffe macht seine Sache sehr gut und spricht auch ein angenehmes Japanisch. Bei diesem können Kenner der Sprache sogar verstehen was gesagt wird. Und es deckt sich sogar mit dem was übersetzt wird. Wäre ja auch unsinnig wenn es anders wäre, aber man weiß ja nie.
Um beim Japanischen zu bleiben, erlebt man in der Rolle des Gouverneur Tamura den Schauspieler Sô Yamamura, den man in zahlreichen japanischen Filmen sehen kann, wie etwa „Okami – Die tätowierte Killerin“, „Todesstrahlen aus dem Weltall“, „Tora! Tora! Tora!“ und sogar „Godzilla – Duell der Megasaurier“. Die Rolle der Geisha Onkichi wird von Eiko Ando gespielt deren einzige große Filmrolle das gewesen ist.

„Der Barbar und die Geisha“ kam beim Publikum wohl nicht so gut an, denn bei vielen bekommt er schlechte Kritiken. Wenn man einen weiteren typischen John Wayne Film erwartet wird man in der Tat unzufrieden sein. Wer sich auf den Film aber einlässt und sich mit dem japanischen Schauplatz anfreunden kann, der bekommt einen sehr unterhaltsamen Film geboten, der weniger Wert auf Action legt als vielmehr auf eine unterhaltsame Geschichte mit phantastischen Aufnahmen und schönen Settings. Die Kultur der Japaner wird dabei sehr glaubhaft portraitiert und es gibt nicht die üblichen Hollywoodübertreibungen.
Alles in allem ein gelungener Film, der mich letztendlich doch sehr angenehm überraschte.
„Der Barbar und die Geisha“ wurde übrigens zu vielen Teilen in Japan gedreht. Einige Szenen davon aber auch in amerikanischen Studios. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass dies viele gewesen sind. Bestimmt vornehmlich solche, in denen ausschließlich John Wayne und Sam Jaffe zu sehen sind.

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