Ja, sie liegt hoch, verdammt hoch, vielleicht nicht mehr zu erreichen.
Gemeint ist die Meßlatte, welche Alexandre Aja hier aufgestellt hat. Nach seinem furiosen "High Tension", welcher eindrucksvoll belegte, wie kompromiss- und emotionslos man einen "Slasher" in der Neuzeit präsentieren kann, war man sichtlich gespannt auf sein neustes Machwerk.
"Hills have Eyes" ist Terrorkino, wie es schonungsloser nicht sein kann. Kein Vergleich zu Cravens Originalversion, welche zwar durchaus seinen optischen, schmuddeligen Charme in sich trug, aber den Gewaltpegel doch merklich weit unten angesiedelt hatte.
Ajas Remake hingegen macht da keine Kompromisse.
Völlig emotionlos und ohne Rücksicht auf Verluste wird hier gemordet und geschlachtes. Ein Fest für Gorehounds und solche die es werden möchten.
Die Atmosphäre des Films ist sehr angespannt. Dazu trägt auch die Location des Films bei. Wäre es jenseits der 40 Grad im Kino, könnte man meinen ,dabei zu sein, sehr schön eingefangen.
Der Film geht direkt in die Vollen und macht sofort Ajas
Marschroute fest.
Dann jedoch nimmt Aja den Fuß etwas vom Gaspedal und versucht in erster Linie ,auf die Charaktere einzugehen, was ihm auch gelingt.
Spätestens, nachdem nur noch die übrig geblieben sind, welche es auch sollten, wird hier bis zum Schluß nur noch Bleifuß gegeben. Wo Devil´s Rejects aufhört und High Tension mittendrin ist, fängt "Hills have Eyes" erst einmal richtig an.
Das "R-rating" fürs Kino lotet der Film komplett bis zum Grenzwert aus. Kaum vorzustellen, daß hier noch etwas draufgesetzt werden kann. Der Kinobesucher wird regelrecht in den Sitz gepresst und denkt sich nur, daß es schlimmer wohl nicht mehr kommen könnte. Doch Aja ist stets bemüht, dem noch eins drauf zu setzen und zeigt eindrucksvoll, was er kann.
So muß er aussehen, der moderne "Terrorfilm" der Neuzeit.
Gewisse Logiklöcher sind auch hier vorhanden, jedoch fallen sie bei weitem nicht so ins Gewicht, wie beispielsweise bei "High Tension".
Der Score ist ebenfalls auf absolutem Top Niveau. Selten brachten diese Sythieklänge einen dermaßen so zu Wahnsinn, wie in diesem Film.
Einziges Manko vielleicht, daß der Film es nicht schafft, diesen konstanten Spannungsbogen aufzubauen und zu halten, wie es "High Tension" geschafft hat.
Ansonsten bleibt nur zu sagen, daß dies der ULTIMATIVE TERRORFILM ist. Ohne wenn und aber.
Sehr, sehr geil. (9,5 Punkte)