Obwohl ich zu den Hartgesottenen gehöre, die schon in jungen Jahren (jetzt 19) Kontakt zu vielen indizierten und auch verbotenen Filmen (Gesichter des Todes etc.) hatten und sich vergnügt dem Grusel, der Spannung und auch der Brutalität von Horrorfilmen und Schockern auslieferten, so hat mich doch noch kaum ein Film so angewidert wie The Hills Have Eyes. Es sind nicht etwa die Szenen, in denen Mutanten junge Mädchen vergewaltigen, Mütter sexuell belästigen und ihnen danach in den Kopf schießen und ihre Babys entführen, die mich so schockiert haben, sondern die Sinnlosigkeit dieser Gewalt.
Natürlich steht in den meisten Horrorfilmen nicht die Intention des Drehbuchauthors oder irgendeine Message im Vordergrund, aber dennoch verfolgen die meisten Horrorfilme einen mehr oder weniger nachvollziehbaren Handlungsstrang, in dessen Rahmen sich auch die brutalen Szenen des Films bewegen. Es wird eben eine Geschichte erzählt, die die Protagonisten mit dem Zuschauer durchleben. The Hills Have Eyes stellt ganz klar die Gewalt in den Vordergrund, die meistens vollkommen unnötig übertrieben ist. Die Geschichte des Films stellt eher eine Aneinanderreihung von Ereignissen dar, die dazu missbraucht werden die überzogenen Gewaltszenen darzustellen. Wer sich auf eine interessante, gruselige - vielleicht sogar furchteinflößende - Geschichte freut, die kreativ und mitreissend erzählt wird, kann ohne Bedenken auf diesen Film verzichten.
Schockiert hat mich an The Hills Have Eyes nur eins: Wie es möglich ist, dass so ein Film in die Kinos kommt. In High Tension hatte Alexandre Aja 2003 als Drehbuchauthor und Regisseur schon einmal die Möglichkeit seine perversen Gewaltphantasien auszuleben – glücklicherweise erreichte der Film niemals die Kinoleinwände und ist nur auf DVD zu haben. Mit seinem neuesten Werk, in dem er erneut die Regie, das Drehbuch und sogar die Kamera übernahm, hat sich Aja selbst übertoffen. Fragt sich nur, was er uns als nächstes zeigen wird - etwa kannibalistische Weltraummutanten, die die Gehirne von Kindern essen und anschließend die leblosen Körper vergewaltigen?! Nein! Es kann und draf nicht sein, dass es Menschen wie Alexandre Aja möglich ist sich mit ihrem Gewaltproblem auf der Kinoleinwand auseinanderzusetzen! Es ist mir unverständlich, aus welchen Gründen der etablierte Filmverleih 20th Century Fox derartige Filme unterstützt.
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betonen, dass ich auch weiterhin ein Fan von Horrorfilmen und Schockern bin und auch die Brutalität in diesen Filmen nicht verurteile. Aber wer seine sadistische Ader und/oder seine Faszination für Gewalt unbedingt befriedigen muss, der sollte eher auf rotten.com zurrückgreifen und nicht auch noch solch minderwertige Qualität von Filmen unterstützen.
P.S.: Rund 1/3 der Kinobesucher haben bei meinem Kinobesuch das Kino vorzeitig verlassen.