Nachdem er sich mit seinem letzten, überragenden Schocker "High Tension" eine recht große Fangemeinde erschlossen hatte macht sich Alexandre Aja nun an das Remake des 77er Wes Craven Klassikers "The Hills have eyes - Hügel der blutigen Augen".
Handlung:
Ein Gebiet, in dem die USA einst überirdische atomare Tests durchführte: Die dort lebenden Minenarbeiter und ihre Familien sind durch die Tests degeneriert (sowohl optisch als auch charakterlich) und ernähren sich bevorzugt von menschlichem Fleisch. Dieses Gebiet passiert die Familie Carter auf ihrem Weg in den Urlaub nach San Diego. An einer Tankstelle in der Wüste rät ihnen der (scheinbar) freundlich kauzige Tankwart zu einer Abkürzung über eine unbefestigte Straße. Die Familie folgt (dummerweise) diesem Rat. Als über die Straße plötzlich und unvermittelt Stacheldraht gespannt ist geschieht ein Unfall, der ihnen ein Weiterfahren unmöglich macht. Die Handys sind nutzlos, da kein Empfang (vorhersehbar aber da schauen wir gern mal drüber hinweg).Und so sitzt die Familie nun irgendwo im Nirgendwo in der Wüste fest!
Rechte Urlaubsstimmung will da irgendwie einfach nicht aufkommen....
Aja nimmt sich in der darauffolgenden Phase des Films die Zeit die verschiedenen Familienmitglieder der Familie Carter vorzustellen und gewährt dem Zuschauer Zeit, Einblick in das Familiengefüge zu nehmen. Die Familie besteht aus dem Vater (ein ehemaliger Cop) seiner Ehefrau, der ältesten Tochter nebst Mann und Säugling, sowie einem Sohn und einer weiteren Tochter und zwei Schäferhunden. Der Vater und sein Schwiegersohn brechen alsbald getrennt voneinander auf um Hilfe zu organisieren.
Der Tanz beginnt....
Kritik:
Schon im Vorgänger "High Tension" wurde klar das Alexandre Aja kein Freund halbgarer Horrorstreifen ist und seinem Publikum schon einen guten Magen zumutet.
"The hills have eyes" ist hier eine logische Weiterführung seines Stils. Der Film besticht durch eine grandiose Landschaft und tolle Kameraführung! Nachdem Aja seinem Publikum nach einer Schocksequenz gleich zu Beginn des Films Zeit gibt durchzuschnaufen und sich mit den Charakteren vertraut zu machen geht es im zweiten Teil des Films gewaltig ab.
"The hills have eyes" stellt eine gelungene Symbiose zwischen den Stilmitteln Action, Horror und Splatter dar. Die wahrlich degenerierten Antagonisten könnten glatt die großen Brüder der Jungs aus "Wrong Turn" sein:-)
Und sie sind keinen Deut humaner!!!
In der zweiten Hälfte des Films gönnt Aja seinem Publikum KEINERLEI Verschnaufpausen mehr. Schweißtreibende Action, gelungene Schockmomente und einige äußerst effektvoll inszenierte Splatterszenen reihen sich nahtlos aneinander.
Aja erfindet mit "The hills have eyes" das Genre des Terrorfilms nicht neu aber man merkt, daß der Bursche sein Handwerk sehr gut beherrscht.
Da verzeiht man dem Film auch gerne einige Kleinigkeiten, zb. daß kein Mitglied der Familie Carter sich mal Gedanken macht wie der Stacheldraht mitten in die Wüste kommt und somit den Grund ihres Dilemmas darstellt. Das wird irgendwie mit keinem Wort erwähnt ;-)
Ebenso verzeiht man den kleinen Logikfehler, warum man das kontaminierte Gebiet nicht abgesperrt bzw. die Bewohner einfach vorher evakuiert hat? .. naja .... oO ..
Für mich ist "The hills have eyes" vielleicht sogar der beste Horror/Terrorfilm der letzten Jahre(!?) und damit ein absolutes "Must See"! …. 8,5/10 Punkten ….