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Alexandre Aja - der neue Stern am Horrorhimmel! Da können durch den Namen "Tarantino" gehypte Knalltüten wie Eli Roth ("Cabin Fever", "Hostel") leider nur gnadenlos einpacken...

Nach dem düster-brutalen Slasherhighlight "High Tension" serviert Genrefilmer Alexandre Aja mit dem Remake des 77er Wes Craven-Films "Hügel der blutigen Augen" erneut einen Horrorkracher, der sich gewaschen hat. Getreu dem aktuellen Kinomotto "hart, härter, am härtesten" steckt "The Hills have Eyes 2006" dann auch konsequent so ziemlich alles locker in die Tasche, was sich auf Kinowänden bisher als außergewöhnlich brutal betiteln drufte.
Gestählt durch "High Tension" liefert Regisseur Aja hier eine verstörende Gewaltexplosion, die eindrucksvoll beweist, dass Alterskontrollen am Kinoeingang durchaus eine sinnvolle Maßnahme darstellen.

Die Story ist nicht zuletzt aufgrund des für Horrorverhältnisse relativ bekannten Low Budget-Originals schnell erzählt: Eine zahlenmäßig gut besetzte Durchschnittsfamilie bleibt inmitten der us-amerikanischen Steinwüste mit ihrem Campingmobil liegen und wird alsbald von durch Radioaktivität grässlich entstellten Mutanten gnadenlos dahingeschlachtet.

"The Hills have Eyes" braucht einige Zeit, um in Fahrt zu kommen. Das ist auch so ziemlich der einzige Vorwurf, den man Alexandre Aja machen kann - denn was sich so etwa ab der Mitte des Filmes abspielt, gehört einfach nur zum Besten, was das Horrorgenre in den letzten Jahren hervorgebracht hat.
Verpackt in atmosphärische, trostlose Bilder und unterlegt mit einem treibenden Musikscore a la John Carpenter beginnt sich nun die Gewaltspirale langsam zu drehen: Menschen werden bei lebendigem Leibe verbrannt, hingerichtet und vergewaltigt, wie man es in den letzten 20 Jahren nicht mehr im Kino erlebt hat. Natürlich darf der brachiale Rachefeldzug der Überlebenden gegen die in einem ehemaligen Atomtest-Gelände lebenden Mutanten hierbei nicht fehlen! Eiskalt und mit erbarmungsloser Härte wird der Überlebenskampf bis zum letzten Blutstropfen geführt, wird das liegengebliebene Wohnmobil verbissen verteidigt, wird mit Knüppel, Axt und Schrotflinte zur verzweifelten Befreiungsaktion der Verschleppten geblasen.

Dem Zuschauer bleibt spätestens mit der Eröffnung der Feindseeligkeiten kaum mehr etwas anderes übrig, als gebannt auf die Leinwand zu starren. Spannung und Terror steigern sich von Minute zu Minute, ebenso die kompromisslose Brutalität der schaurigen Ereignisse inmitten des steinigen Nirgendwos. Dank einer erstklassigen Inszenierung ergibt sich aus alledem eine geniale Schocker-Atmosphäre, die den überzeugend besetzten (u.a. Ted Levine, Billy Drago) und gespielten "Hills Have Eyes" neben "SAW" zu einem der größten Genrehighlights des neuen Jahrtausends werden lässt.

Ich frage mich, was Alexandre Aja in der auf DVD zu erwartenden Unrated-Fassung noch zusätzlich auf den Zuschauer loslässt. Da läufts mir fast kalt den Rücken runter, wenn ich an Spitzhacke und Hackebeil denke. Ich wage zu behaupten, dass dieser Film schon in seiner R-Rated-Fassung noch vor 10 Jahren niemals eine deutsche Kinoleinwand erblickt hätte....

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